Rückblick: 3. Dagesh on Tour Qualifizierungstage

Qualifizierungstage für Dagesh Künstler*innen und Bildungsreferent*innen zu den Themen Kinderschutz, Vermittlung jüdischer Gegenwartsmusik und Handeln gegen Antisemitismus

Die kontinuierliche und fachspezifische Weiterbildung von Künstler*innen und Bildungsreferent*innen im Rahmen von Dagesh on Tour ist entscheidend, um sie für die komplexen Anforderungen der kulturellen und antisemitismuskritischen Bildungsarbeit zu stärken. Gleichzeitig schaffen spezialisierte Schulungen Handlungssicherheit im Umgang mit herausfordernden pädagogischen Situationen und sensibilisieren für rechtliche sowie gesellschaftliche Dimensionen der außerschulischen Bildungsarbeit. Mit einem vielfältigen und inspirierenden Programm setzten die dritten Dagesh-Qualifizierungstage 2025 in Berlin wichtige Akzente für die Weiterentwicklung der Dagesh on Tour Bildungsarbeit.

Zum Auftakt der Qualifizierung traten unsere Künstler*innen und Bildungsreferent*innen selbst in die Rolle von Workshop-Teilnehmer*innen. Im Mittelpunkt der Übung stand die Frage, wie jüdische Gegenwartsmusik zeitgemäß und kreativ vermittelt werden kann. Die DJs Zerah Tanfous und Esra Wüstefeld präsentierten medien- und musikpädagogische Methoden, mit denen Kinder und Jugendliche lernen, selbst Musik zu mischen – und dabei nicht nur ihre kreativen und technischen Fähigkeiten erweitern, sondern auch Einblicke in jüdische Kultur und ihr vielschichtiges musikalisches Erbe gewinnen.

Am zweiten Tag gab Sozialpädagogin und Jugendtherapeutin Cordula Klaffs einen Einblick in die Grundlagen der Kinderrechte und des Kinderschutzes. Nach einem historischen Rückblick auf die Entwicklung der Kinderrechte in Deutschland führte sie in die Grundlagen des Kinderschutzes ein. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden gemeinsam über herausfordernde Situationen im Dagesh on Tour Workshopalltag, pädagogische „Do’s and Don’ts“ und erhielten Literaturempfehlungen zur vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema.

Am Nachmittag gestaltete die Illustratorin Anne Lehmann den praktischen Teil des Tages. In einem interaktiven Workshop zeigte sie, wie durch gelungene Flipchart-Gestaltung und Visualisierung von Arbeitsergebnissen der Lerneffekt bei Kindern und Jugendlichen nachhaltig gesteigert werden kann. Die Teilnehmenden äußerten sich begeistert über die Möglichkeit, die neu gewonnenen Methoden direkt in den kommenden Dagesh on Tour Workshops – u.a. in Seesen, Chemnitz und Hamburg – anwenden zu können.

Am dritten und letzten Weiterbildungstag hielt Alexandra Wichmann, Juristin bei Ofek e.V. einen Fachvortrag zum Thema antisemitische Straftaten, Äußerungen und Handlungen im Kontext der außerschulischen Bildungsarbeit von Dagesh on Tour. Sie gab einen fundierten Überblick über strafrechtliche Grundlagen und diskutierte gemeinsam mit den Teilnehmenden mögliche pädagogische Implikationen. Die Teilnehmer*innen ergänzten konkrete Beispiele aus ihrer Workshop -Praxis bei Dagesh on Tour und verwiesen damit auf die anhaltende Dringlichkeit und Relevanz der Auseinandersetzung mit der Thematik. Die anschließende Reflexionsrunde zu den gemeinsamen Tagen wurde von der politischen Bildnerin Ruth Fischer moderiert.

Neben dem fachlichen Austausch boten die letzten Qualifizierungstages des Jahres auch die Möglichkeit einer ersten Zwischenbilanz eines äußerst erfolgreichen Workshopjahres: Über 80 Workshopangebote in sieben Bundesländern haben wir bereits mit großem Engagement umgesetzt – und damit bis zu 1000 Kindern und Jugendlichen kreative Zugänge zur zeitgenössischen jüdischen Kunst eröffnet.

Wir danken allen Teilnehmenden für die intensiven Arbeitstage und die inspirierenden Diskussionen sowie unseren Expert*innen für das Teilen ihrer Erfahrungen und Expertisen, mit denen sie das Bildungsprogramm von Dagesh on Tour nicht nur mitgestalten, sondern auch weiterentwickeln.

Rückblick auf die 2. Qualifizierungstage 2025

Rückblick: 2. Qualifizierungstage für Dagesh Künstler*innen und Bildungsreferent*innen: Vermittlung jüdischer Kunst der Gegenwart und Handlungsmöglichkeiten gegen Hate Speech & Antisemitismus

Die pädagogische Arbeit an der Schnittstelle von Kunstvermittlung und politischer Bildung erfordert stets auch die Förderung von Handlungskompetenzen im Umgang mit Antisemitismus, Rassismus und digitalen Herausforderungen. Im Rahmen der zweiten Qualifizierungstage 2025 für Künstler*innen und Bildungsreferent*innen von Dagesh On Tour Ende Juni in Berlin wurden diese Schwerpunkte während drei vielfältigen und intensiven Tagen vermittelt. Das Programm verband dabei theoretische Impulse, praxisorientierte Methoden und konkrete Fallanalysen. Zudem bot es Gelegenheit für eine interne Evaluation der Dagesh on Tour Bildungsarbeit.

Den ersten Tag in der Alten Feuerwache leitete ein Workshop von Theresa Lehmann (Amadeu Antonio Stiftung) zu digitalen Lebenswelten von Jugendlichen ein. Diskutiert wurden das Informationsverhalten junger Menschen, Risiken wie Hate Speech, Doxing, Deepfakes oder Verschwörungserzählungen sowie die Rolle von Social Media bei rechter Mobilisierung. Besonders im Fokus stand der Umgang mit Hate Speech: Solidarische Unterstützung, Gegenrede, Meldewege und Aufklärung über Codes und Dogwhistles. Chancen für Prävention und Empowerment von Jugendlichen wurden anhand praktischer Beispiele in Bezug auf die Arbeit der pädagogischen und künstlerischen Referent*innen von Dagesh on Tour vorgestellt.

Anschließend gab Marcus Scheiber (Projekt Decoding Antisemitism) Einblicke in seine Forschung zu antisemitischen Kommunikationsmustern im Netz. Er thematisierte insbesondere die Herausforderungen digitaler Diskurse, die Gamifizierung von Hass und die Bedeutung von Bildpropaganda.

Am zweiten Tag standen die Praxis und Evaluation der Dagesh on Tour Bildungsarbeit im Vordergrund. Das erprobte Duo aus Künstlerin Nathalie Frank und pädagogischer Referentin Antonia Debus stellte ihr Best-Practice-Beispiel aus einem Comic-Workshop im Rahmen von Dagesh on Tour vor. In einer anschließenden Zukunftswerkstatt mit Paulina Schmid wurde die zuvor durchgeführte Evaluation der Zusammenarbeit zwischen Büroteam und Referent*innen vorgestellt und reflektiert. Ziel war es, Kommunikationswege zu stärken und Rollen sowie Verantwortlichkeiten klarer zu fassen.

Der dritte Qualifizierungstag widmete sich den rechtlichen Rahmenbedingungen der Bildungsarbeit, sowie der Arbeit an konkreten Fallbeispielen. Im Anschluss an eine Einführung ins Thema von Marina Chernivsky (Ofek) wurden in Kleingruppen zwei aktuelle Vorfälle aus der Praxis analysiert, welche die pädagogischen Herausforderungen im Umgang mit antisemitischen und rassistischen Vorfällen klar aufzeigten und die Notwendigkeit klarer Absprachen, Dokumentationen und einem engen Austausch zwischen Referent*innen und Büroteam verdeutlichten. Besonders betont wurde dabei die Verantwortung der Schulen und Bündnispartner, sowie auch die Aufgabe des Dagesh-Teams, Schutz und Handlungssicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten.

Fotografie: Elena Krasnokutskaya

Qualifizierungstage zwischen Berlin und Eberswalde

Die ersten Qualifizierungstage für Dagesh on Tour-Künstler*innen und -Bildungsreferent*innen des Jahres 2025 fanden vom 5. bis 7. März in Berlin und Eberswalde statt. Der Fokus lag bei dieser Qualifizierung auf dem Einfluss aktueller politischer Entwicklungen – vor allem im ländlichen Raum – auf Workshopsituationen und kultureller Bildungsarbeit. Am ersten Tag hielt das mobile Beratungsteam Angermünde, Barnim/Uckermark einen Input und Workshop über rechtsextreme Strukturen in Brandenburg, best practice-Beispiele zivilgesellschaftlicher Organisationen und erläuterte den „Kulturbegriff“ im rechten Milieu. Am Nachmittag hatten die Teilnehmer*innen noch Zeit für eine angeleitete kollegiale Fallberatung.

Der zweite Tag der Qualifizierung fand in Eberswalde statt und startete mit einer Führung durch die Sonderausstellung „Ellen Auerbach und Lea Grundig – Zwei Künstlerinnen in Palästina mit Kunstwerken von Atalya Laufer“ des Museums Eberswalde. Anschließend beschäftigten sich die Teilnehmenden ausführlich mit den dort ausgestellten Werken der Dagesh Künstlerin Atalya Laufer und erhielten Einblicke in das Workshopkonzept zur Ausstellung, das mehrfach schon im Rahmen von Dagesh on Tour erfolgreich durchgeführt wurde.

Am dritten Tag der Qualifizierung schulte Marina Chernivsky von OFEK e.V. die Teilnehmenden ausführlich zum eigens erarbeiteten Dagesh on Tour-Schutzkonzept. „Wie immer eine tolle Gruppenatmosphäre und ein Gefühl der Sicherheit“ lobte eine der Teilnehmer*innen diesen Part der Qualifizierung.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die erfolgreichen Tage, die verschiedenen Einblicke, die aktive Teilnahme und den stärkenden Austausch untereinander.

Fotos von Dagesh, Kunstwerke von Atalya Laufer

Digitale Infoveranstaltung zu Dagesh on Tour

In der digitalen Veranstaltung am 18. Februar 2025 informieren wir Sie von 16:00 bis 17:00 Uhr zunächst über das Programm „Kultur macht stark“ im Allgemeinen und seine Besonderheit des Förderformats der „Initiativen“. Im Anschluss gehen wir praxisnah auf die Möglichkeiten ein, mit „Dagesh on Tour“ vor Ort Begegnungen von Kindern und Jugendlichen mit jüdischer Gegenwartskunst im Rahmen von Workshops zu schaffen. Die Vorstellung eines geförderten Projektes rundet die Veranstaltung ab.

Programm

16.00 – 16.10 Uhr           Begrüßung und Einführung in das Förderprogramm „Kultur macht stark“
                                        Kristin König, Servicestelle „Kultur macht stark“ Schleswig-Holstein

16.10 – 16.35 Uhr           Vorstellung des Förderkonzeptes „Dagesh on Tour – Jüdische Kunst im Kontext“ von DialoguePerspectives e.V.
                                        Zsófi Bihari, Referentin, „Dagesh on Tour“

16.35 – 16.50    Uhr        Vorstellung eines „Dagesh on Tour“-Projektes
                                        Elianna Renner, Dagesh-Künstlerin

16.50 – 17.00 Uhr           Möglichkeit für die Teilnehmenden, Nachfragen zu stellen oder erste Projektideen zu besprechen

17.00 Uhr                        Ende der Veranstaltung

Bei „Dagesh on Tour“ arbeiten Kinder und Jugendliche mit jüdischen Künstler*innen zusammen und setzen eigene Ideen kreativ um. In den Workshops entstehen z.B. Theaterstücke, Videos, Installationen oder Textilarbeiten, die zu ausgewählten gesellschaftlichen Themen und aktuellen Herausforderungen Stellung beziehen. Jugendliche werden darin bestärkt, sich für eine pluralistische Gesellschaft einzusetzen.

„Dagesh on Tour“ ist eines von insgesamt 27 Förderkonzepten im Rahmen des Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). „Kultur macht stark“ fördert Projekte der außerschulischen kulturellen Bildung, die sich an Kinder und Jugendliche richten, die in bildungsbenachteiligenden Verhältnissen aufwachsen.
Als Initiative arbeitet „Dagesh on Tour“ in Bündnissen mit jeweils zwei lokalen Bündnispartnern. Im engen Austausch mit Ihnen als Bündnispartner*innen vor Ort (z.B. Schulen, Kultureinrichtungen, Vereine etc.) werden von „Dagesh“ dabei Ihre spezielle Themen, Anliegen und Wünsche für die Workshops berücksichtigt.

Zielgruppe
Die Veranstaltung richtet sich an Vereine (z.B. Sport, Kunst, Bildung etc.), Kultureinrichtungen, Schulen, Schulsozialarbeiter*innen, gemeinnützige Einrichtungen, kommunale Verwaltungen sowie alle am Förderkonzept „Dagesh on Tour“ interessierten Personen aus den Bereichen Kultur, Bildung und Soziales.

Anmeldung
Bitte melden Sie sich bis spätestens 16.02.2025 über den folgenden Link auf dem Veranstaltungsportal der Brandenburgische Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH an und erfahren Sie mehr über diese tolle Möglichkeit, ein Projekt ganz ohne Antrag an Ihre Einrichtung zu holen: https://veranstaltungen-bkg.de/event.php?vnr=87-10a. Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Veranstaltung findet via Zoom statt, der Link zum digitalen Konferenzraum wird Ihnen am Tag vor der Veranstaltung per E-Mail zugeschickt.

Es handelt sich um eine Kooperationsveranstaltung der Service- und Beratungsstellen Brandenburg, Bremen und Schleswig-Holstein. Wir freuen uns auf Sie! Bitte lassen Sie uns im Bedarfsfall wissen, wie wir Ihre Teilnahme an der Veranstaltung unterstützen können.

Fachaustausch im ANOHA & PalaisPopulaire

„Ich lernte sehr viel durch die intensiven Gespräche mit den Kolleg*innen.“

Vom 26. bis 28. November fanden die abschließenden Qualifizierungstage 2024 für Künstler*innen und Bildungsreferent*innen im Rahmen von Dagesh on Tour statt. Der Fokus der Weiterbildung lag auf der Kunstvermittlung für Kinder im Grundschulalter. Zu Beginn des Treffens begrüßten wir Dietmar von der Forst vom Schöneberger Jugendmuseum, der Best-Practice-Beispiele für die Arbeit mit 8- bis 12-Jährigen im außerschulischen Kontext präsentierte.

Am zweiten Tag entdeckten wir die Kinderwelt des Jüdischen Museums Berlin. Dr. Ane Kleine Engel hieß die Gruppe im ANOHA willkommen, führte durch die faszinierende Ausstellung und erläuterte die Entstehungsgeschichte sowie die fortlaufende Arbeit mit Kindern im Kita- und Grundschulalter. Nach dem Rundgang hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, Fragen zu stellen und mit Dr. Kleine Engel über die Vermittlung jüdischer Gegenwartskunst ins Gespräch zu kommen. Eine Bildungsreferentin beschrieb ihre Erfahrungen im ANOHA folgendermaßen: „Der Tag im ANOHA war ein absolutes Highlight. Die Inhalte waren nicht nur unglaublich interessant und wichtig, sondern haben auch auf so vielen Ebenen auf mich gewirkt, dass ich noch lange darüber nachdenken werde.“

Am letzten Tag setzte sich die Gruppe mit der Ausstellung „Rohini Devasher: Borrowed Light“ im Palais Populaire auseinander. Die Kunstvermittlerin Sarah Steiner zeigte auf, wie zeitgenössische Kunstvermittlung für eine junge Zielgruppe gelingen kann. Sie diskutierte zudem mit den teilnehmenden Künstler*innen und Bildungsreferent*innen über Methoden der Workshopkonzeption bei ständig wechselnden Ausstellungsinhalten.

In den letzten Stunden der dreitägigen Weiterbildung hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, unter der Anleitung von Deborah Kohn die erlernten Methoden und Herangehensweisen für die Kunstvermittlung mit Grundschüler*innen zu reflektieren, insbesondere im Hinblick auf Dagesh on Tour 2025.

Wir danken allen eingeladenen Referent*innen für ihre wertvollen Beiträge und den Teilnehmenden für den lebhaften Austausch!

Foto: Mathias Schormann© Rohini Devasher and Gallery Wendi Norris, San Francisco

Installationsaufnahmen der Ausstellung: Rohini Devasher – Borrowed Light — Deutsche Bank ‚Artist of the Year‘ 2024 im PalaisPopulaire. Berlin, 09.09.2024

Qualifizierungstage für Künstler*innen & Bildungsreferent*innen

Vom 9. bis 11. April fanden die ersten Dagesh on Tour Qualifizierungstage 2024 für Künstler*innen und Bildungsreferent*innen statt. Im Rahmen der Qualifizierung kamen über 15 Honorarkräfte zusammen, um sich über ihre Erfahrungen mit Dagesh on Tour auszutauschen sowie neue Methoden im Umgang mit herausfordernden Workshopssituationen kennenzulernen.

Am ersten Tag setzten sich die Teilnehmer*innen mit kreativen Formaten der Kunstvermittlung auseinander. Eine Dagesh-Künstlerin leitete einen Workshop an und zeigte anhand ihrer erprobten Methoden wie es möglich ist, komplexe künstlerische Ausdrucksformen für Kinder und Jugendliche spielerisch erlebbar und vielseitig erfahrbar zu machen.

Aufbauend auf diesem Workshop erarbeiteten Bildungsreferent*innen und Künstler*innen im Laufe der nächsten Tage neue Methoden für die Vermittlung ihrer eigenen Kunstpraxis. Bei dem Format „Kunst in Duos“ entstanden neue Zugänge für Dagesh on Tour Workshops, die in den kommenden Monaten bei Workshopangeboten  umgesetzt und evaluiert werden.

Eine Künstlerin sagte dazu: „Ich habe durch die Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Bildungsreferentin besser gelernt, wie ich über meine eigene Kunst zielgruppengerecht sprechen kann.“

Im Rahmen der Qualifizierung wurden auch anhand konkreter Situationen aus Dagesh on Tour Workshops kollegiale Fallberatungen durchgeführt. Durch gegenseitige Beratung konnten neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten entstehen. Zudem begrüßten wir Marina Chernivsky von Ofek e.V. Im Mittelpunkt des Austauschs stand der Umgang mit Antisemitismus und der Schutz der Künstler*innen und Bildungsreferent*innen sowie der Teilnehmenden bei Dagesh on Tour Workshops.

„Der Austausch mit Marina Chernivsky war berührend, empowernd und motivierend“ – so eine unserer Bildungsreferentin.

Außerdem fand ein Workshop mit Referent*innen von Culture Interactives e.V. statt. Mithilfe der beiden Expert*innen erarbeitete die Gruppe Strategien für den Umgang mit rechtsextremen Äußerungen im Rahmen der Bildungsarbeit. Zudem gab es an allen Tagen viel Zeit und Raum für Besprechungen, offene Fragen sowie für Feedback und Ausblick für die kommenden Monate.

Am 10. April fand abends außerdem ein Dagesh-Netzwerktreffen statt: über 30 Dagesh-Künstler*innen kamen zusammen und sprachen in informeller Runde über ihre laufenden Projekte, lernten neue Kolleg*innen kennen und berichteten von neuen Projektideen sowie aktuelle Herausforderungen.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für den intensiven und bereichernden Austausch!

Photo credit: Elena Krasnokutskaya, © Dagesh, 2022

Dagesh on Tour in Laatzen

Im Juni 2023 war Dagesh on Tour zur Projektwoche mit Schüler*innen der 5. und 6. Klasse am Erich Kästner Gymnasium in Laatzen / Niedersachsen. Die beiden Workshop-Gruppen wurden künstlerisch von Daniel Laufer und Sonia Knop sowie pädagogisch von Esra Wüstefeld und Atalya Laufer geleitet.

Eine Gruppe arbeitete unter Anleitung von Daniel Laufer mit dem Medium Film. Nach einer Einführung zum Judentum und Reflexion über jüdisches Leben heute in Deutschland, schaute die Gruppe gemeinsam den Film Mazel Tov Cocktail und diskutierte im Anschluss intensiv über den Film. Anschließend lernten die Schüler*innen verschiedene Phasen der Entstehung eines Films kennen und setzen dann eigene Ideen kreativ filmisch um: Sie erarbeiteten ein Storyboard, schrieben ein Drehbuch und konnten schließlich die selbst gedrehten und geschnittenen Filme am Abschlusstag präsentieren. Die andere Gruppe arbeitete unter der künstlerischen Anleitung von Sonia Knop zu den Themen Identität, Biografie und Heimat. Die Gruppe diskutierte sehr motiviert und reflektiert, zeigte großes Interesse am Judentum und setze sich kritisch mit Fragen zu Vorurteilen auseinander. Künstlerisch beschäftigten sie sich mit Installationskunst, Fotografie und Neuen Medien. Im Laufe der Projektwoche erarbeiteten die Teilnehmer*innen ein eigenes „Minimuseum“ in Form von einer Schuhbox, in der verschiedenen künstlerischen Formate wie Collagen, Solarfotografien und Videos verbunden wurden. Beide Gruppen haben sich sehr aktiv und begeistert am Workshopprogramm beteiligt und haben in den kreativen Phasen konzentriert gearbeitet. Die Teilnehmenden zeigten sich sehr offen für verschiedene künstlerische Ansätze, Methoden und Themen.

Eine Teilnehmende resümierte: „Es war hier immer eine angenehme Stimmung und es hat WIRKLICH Spaß gemacht. Es war eine schöne Projektewoche!” Eine andere Teilnehmende sagte in der Feedbackrunde: „Ich fand die Woche sehr toll. Es hat mir Spaß gemacht zu basteln und kreativ zu sein.” Auch die Rückmeldungen der Lehrkräfte war durchweg positiv. Eine Lehrkraft sagte zum Abschluss: „Es hat mich gefreut zu sehen wie viel Spaß die Gruppen hatten und die Präsentationen sind sehr gelungen.”

Wir freuen uns, dass wir mit dem Erich Kästner Gymnasium Laatzen und AndersRoom Laatzen – Queerer Jugendtreff / Ev.-luth. Kirchenkreis Laatzen-Springe erfolgreich ein Bündnis bilden und für diese Projektwoche erfolgreich kooperiert haben. Wir bedanken uns herzlich bei den Teilnehmenden, bei unseren Bündnispartner*innen, Künstler*innen und Bildungsreferent*innen für die erfolgreiche Durchführung der Workshop-Tage.

Dagesh on Tour in Leck

Im Juni 2023 führte die Künstlerin Adi Liraz zusammen mit Kristina Omelchenko als pädagogische Workshopleitung Dagesh on Tour Projekttage in Leck in Schleswig-Holstein durch.

Zwei Tage lang waren Schüler*innen der 10. Klasse der Gemeinschaftsschule in Leck in der Nordsee Akademie in Schleswig-Holstein für einen Kreativ-Workshop. Die Workshopleitungen vermittelten Kenntnisse zu jüdischen Identitäten und vielfältigen Aspekten von Zugehörigkeiten. Das Interesse an jüdischer Gegenwartskunst war sehr groß. Unter Anleitung der Workshopleitungen von Dagesh on Tour lernten die Schüler*innen sich mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Zudem beschäftigte sich die Gruppe mit Diskriminierung, Vorurteilen und Fragen zur Selbstdefinition und Möglichkeiten, gegen Ausgrenzung vorzugehen. Kreativ arbeiteten die Schüler*innen  mit Textilien.

Eine Teilnehmende resümierte: „Ich fand die Selbstreflektion und das Taschendesign gut!“ Ein anderer Teilnehmender sagte: „Ich war am Anfang skeptisch über den Workshop, denn Malen und Zeichnen ist eher nicht so mein Ding“.  Aber die Tatsache, dass er im Rahmen des eigenen Projekts die volle künstlerische Freiheit hatte und z.B. mit Sprühfarben arbeiten oder Sticken konnte, fand er dann super. Eine andere Schülerin sagte in der Feedbackrunde: „Ich habe viel über mich selbst gelernt. Und es war interessant, Interviews mit anderen zu führen und Neues über die eigenen Klassenkamerad*innen  zu lernen.“

Am Montagnachmittag fand außerdem ein Treffen in der Nordsee Akademie statt, an dem Interessierte aus der Region teilnahmen, um von den beiden Workshopleitungen mehr über das Projekt Dagesh on Tour zu erfahren und sich über mögliche zukünftige Bündnisse besonders im ländlichen Raum in Nordfriesland auszutauschen.

Wir freuen uns, dass wir in Schleswig-Holstein erfolgreich ein Bündnis mit der Gemeinschaftsschule an der Lecker Au und der Nordsee Akademie bilden konnten und für diese Projekttage erfolgreich kooperiert haben. Wir bedanken uns herzlich bei den Teilnehmenden, bei unseren Bündnispartner*innen und bei den beiden Workshopleitungen für die erfolgreiche Durchführung der Workshop-Tage.

Dagesh on Tour in Berlin

Ende Mai / Anfang Juni 2023 führte die Künstlerin Adi Liraz zusammen mit den pädagogischen Bildungsreferent*innen Noa Romm, Antonia Lilian Debus und Esther Tchlakichvili eine Dagesh on Tour Projektwoche an der Kurt-Tucholsky-Oberschule in Berlin-Pankow durch.

An der Schule fanden in der Zeit Projekttage unter dem Motto „Wir entdecken unsere Welt“ statt. Thematischer Schwerpunkt des Dagesh on Tour Workshops war Identität. Die Teilnehmenden des Workshops konnten sich mit der Selbstbestimmung der eigenen Identität auseinandersetzen und haben sich auch mit Unterschieden und Gemeinsamkeiten der Gruppe beschäftigt und wurden für verschieden Formen von Ausgrenzungen sensibilisiert. Darüber hinaus haben sie die Vielfalt und die verschiedenen Facetten jüdischen Lebens in Deutschland kennengelernt.

Sie wurden in verschiedene Techniken im Umgang mit Textilien herangeführt und haben eigene Beutel für sich selbst gestaltet, die sie auch mit nach Hause nehmen konnten. Außerdem wurden die Teilnehmenden auch als Gruppe gemeinsam kreativ aktiv und waren in die Gestaltung eines gemeinsamen Quilts (Patchworkdecke) mit Stoffen und Motiven involviert. Dabei haben die Teilnehmenden viele Möglichkeiten gefunden, auch Gemeinsamkeiten untereinander herauszuarbeiten und diese dann künstlerisch auszudrücken. Die Schüler*innen haben dabei sehr konzentriert gearbeitet, haben viele eigene Ideen mit eingebracht und waren am Ende mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Das gemeinsam geschaffene Kunstwerk wird vor Ort verbleiben: der Quilt soll in der Schule eingerahmt und aufgehangen werden.

„Ich habe gelernt wie man stickt und werde das weiter machen“ resümierte eine Teilnehmende in der Feedbackrunde. Eine andere Person sagte: „Das war super: Dass wir unseren Beutel freigestalten konnten.“

Wir freuen uns, dass wir nun bereits zum zweiten Mal erfolgreich mit der Kurt-Tucholsky-Oberschule und der Pfefferwerk Stadtkultur gGmbH als Bündnispartner kooperiert haben und bedanken uns herzlich bei den Teilnehmenden, bei unseren Bündnispartner*innen, Künstler*innen und Bildungsreferent*innen für die erfolgreiche Durchführung der Workshop-Tage.

Dagesh on Tour an der Gesamtschule Norf

Am 25. und 26. Januar 2023 führten die Künstlerinnen Maja Avnat und Adi Liraz zusammen mit Klarina Akselrud und Raphaëlle Oskar vier Dagesh on Tour Kunstworkshops an der Gesamtschule Norf durch.

Die Teilnehmenden haben in kleinen Gruppen zusammen gearbeitet, um einen möglichst kreativen Prozess zu schaffen. Die Schüler*innen setzten sich mit unterschiedlichen jüdischen Biografien aus der Gegenwart auseinander und erstellten dann ihre Grafiken und Textil-Arbeiten zu den eigenen Biografien.

„In den Workshops setzten sich Schüler*innen des 9. Jahrgang mit dem Thema Identität auseinander. .[..] Die Workshops begannen mit einer Einführung in verschiedene Aspekte von Identität. Anschließend hatten die Schüler*innen die Möglichkeit, ihrer eigenen Identität künstlerisch Ausdruck zu verleihen. Unter Anleitung der Künstler*innen entstanden beeindruckende Collagen und Textilarbeiten, die die große Vielfalt an Perspektiven und Erfahrungen der Schüler*innen widerspiegeln. Zum Ende der Workshops konnten die teilnehmenden Schüler*innen ihre Werke präsentieren und erläutern.“ berichtete Robert Strauch aus der Gesamtschule Norf.

„Ich fand super, dass wir frei arbeiten durften“ , resümierte eine Teilnehmende in der Feedbackrunde.

Wir freuen uns über die erfolgreiche Kooperation mit der Gesamtschule Norf und bedanken uns herzlich bei den Teilnehmenden, bei unseren Bündnispartner*innen, Künstler*innen und Bildungsreferent*innen für die erfolgreiche Durchführung der Workshop-Tage.