„Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“
Jüdisches Kulturmuseum Veitshöchheim | 26. September 2026
Was bedeuten Fragilität, Schutz und Gemeinschaft, wenn nichts auf Dauer angelegt ist? Dieser Frage geht die Ausstellung „Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“, die #SukkotEdition der Reihe Dagesh – Studio on the Road, nach, die am 26. September im fränkischen Veitshöchheim eröffnet wurde. In der Ausstellung tritt zeitgenössische Kunst in einen Dialog mit jüdischer Tradition und Geschichte und fragt danach, wie Gemeinschaft entstehen kann, ohne Verletzlichkeit zu leugnen. Ausgangspunkt ist dabei die Sukka als provisorischer Schutzraum und als Ort gemeinsamer Gegenwart. Regionale Bezüge und künstlerische Positionen von bundesweiter Relevanz treffen hier zusammen; die zahlreich besuchte Ausstellungseröffnung fand auch überregional Beachtung, etwa im ausführlichen Beitrag des Bayerischen Rundfunks.
Die Ausstellung „Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“ ist noch bis zum 30. Mai 2027 im Jüdischen Kulturmuseum Veitshöchheim für Besucher*innen geöffnet.
Ein Dach, das offen bleibt
Es gibt viele Arten von Schutzräumen, und ihre Unterschiede sind Ausdruck dessen, was jeweils geschützt werden soll. Die Sukka, die provisorische Laubhütte des jüdischen Sukkot-Fests wurde im Hof des Jüdischen Kulturmuseums aufgebaut. Sie wählt die offene Form: ein Ort jüdischer Tradition und Gemeinschaft, der sich zugleich für alle öffnet, die eintreten wollen. Interpretiert wurde sie von den Künstlern Yoav Schutzer und Nave Knafo. Die Ausstellung versammelt zudem Werke der Dagesh-Künstler*innen Elianna Renner, Shira Orion, Michal Fuchs, Regina Potomkina und Jan Bodenstein. In ihren Arbeiten setzen sie sich mit Themen von Sicherheit, Grenzen, Heimat und Zugehörigkeit auseinander.
Anlässlich der Eröffnung am 26. September kamen die beteiligten Künstler*innen in einem Artist Talk mit Dagesh-Kurator Daniel Laufer im Jüdischen Kulturmuseum Veitshöchheim zusammen. Hier stand die Frage im Mittelpunkt, wie die Werke im Kontext der Dauerausstellung und des historischen Ortes neue Bedeutungen gewinnen.
Johanna Weiß, Leiterin des Jüdischen Kulturmuseums und Co-Kuratorin, verwies in ihrem Grußwort auf diesen besonderen historischen Ort: Bei der Restaurierung des Hauses wurden Wand- und Deckenmalereien aus dem 18. Jahrhundert sowie eine hebräische Inschrift mit Bezug zu Sukkot entdeckt. Die jüdische Familie, die dort lebte, nutzte den Dachboden als Sukka. Die #SukkotEdition traf damit auf einen Ort, an dem das Laubhüttenfest schon vor Jahrhunderten zum gelebten Alltag gehörte.
„‚Der Himmel als Dach‘ ist deshalb nicht nur eine Ausstellung über Sukkot“, betonte Yana Lemberska (Dagesh-Referentin) in ihrer Begrüßung. Sie sei auch eine Einladung, über Gemeinschaft und Zugehörigkeit nachzudenken: Wie können temporäre Räume des Schutzes und der Begegnung erhalten und gestaltet werden? Und wie entstehen Begegnung und Gemeinschaft in einer pluralen Gesellschaft? Hier entstanden einige Impulse und Anregungen zum Weiterdenken, die über den Eröffnungsabend hinausreichen.
Zum Abschluss gab die Band Folkadu ein Konzert im historischen Innenhof des Museums und zog bis weit in den Abend immer weitere Besucher*innen aus der unmittelbaren Nachbarschaft an.
Jüdische Gegenwartskunst abseits urbaner Zentren
Die zahlreich besuchte Ausstellungseröffnung fand auch über die Grenzen Veitshöchheims hinaus überregional Beachtung, etwa im ausführlichen Beitrag des Bayerischen Rundfunks. Bürgermeister Jürgen Götz nannte die Ausstellung im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk ein wichtiges Zeichen der Verbundenheit mit der jüdischen Gemeinde und dafür, jüdischen Perspektiven einen sichtbaren Platz in der Öffentlichkeit zu geben.
Netzwerktreffen: Impulse für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Am Vortag, Freitag, dem 25. September, trafen sich Künstler*innen und Dagesh-Netzwerkmitglieder aus verschiedenen Städten in Veitshöchheim. Das Treffen bot Raum für persönlichen und fachlichen Austausch, und die Gelegenheit, die Ausstellung schon vor der offiziellen Eröffnung gemeinsam zu sehen. Mit Kabbalat Schabbat in der historischen Synagoge und dem Sukkot-Fest im Innenhof wurde das Museum für einen Abend wieder zu einem Ort jüdischer Praxis und Gemeinschaft. Johanna Weiß begrüßte das Netzwerk und stellte die Geschichte des Hauses sowie die Archivbestände vor. Dazu gehört die umfangreichste bislang im deutschsprachigen Raum entdeckte Genisa mit religiösen Schriften, Briefen, Rechnungen, Notizbüchern, Textilien und weiteren Zeugnissen des jüdischen Alltags, vor allem aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Die Künstler*innen fanden darin auch Inspiration für die eigene Arbeit. Aus der Begegnung sind zudem Kontakte zum Museum entstanden, die über die Ausstellungsdauer hinaus tragen.
Wir danken allen Besucher*innen, Künstler*innen, Musiker*innen, Netzwerkmitgliedern, Kooperationspartnern sowie dem Jüdischen Kulturmuseum Veitshöchheim für die gelungene Eröffnungsveranstaltung. Unser Dank gilt auch den Förderern der Ausstellung: dem Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, der Gemeinde Veitshöchheim und dem Bezirk Unterfranken. Der Stiftung EVZ danken wir für die Unterstützung unserer Netzwerkarbeit.
Die Ausstellungseröffnung von „Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“ ist Teil der bundesweiten Veranstaltungsreihe Dagesh-Studio on the Road, die zeitgenössische jüdische Kunst in verschiedene Städte bringt und Raum für Begegnung, Diskurs und künstlerischen Austausch schafft. Am 13. November findet die nächste Veranstaltung dieser Reihe zu Shabbat im Hamburger Thalia Theater statt.
Fotos: Sharon Adler/PIXELMEER
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von hCaptcha. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen