Rückblick: Dagesh-Netzwerktreffen mit dem Tarbut Movement

Im Juli begrüßten die Dagesh-Referent*innen in Berlin eine Delegation des Tarbut Movements zu einem gemeinsamen Netzwerktreffen.

Das Tarbut Movement ist eine von Künstler*innen und Pädagog*innen gegründete soziale und kulturelle Basisbewegung in Israel. Es vereint Lehrkräfte, die in ihrer eigenen künstlerischen Praxis kreative und emanzipatorische Methoden entwickeln und diese fächerübergreifend in ihren Unterricht integrieren.

Im Gespräch mit den zwanzig Lehrkräften aus unterschiedlichen israelischen Bildungskontexten wurden Erfahrungen und Expertise in der kulturellen und künstlerischen Netzwerk- und Vermittlungsarbeit in Deutschland und Israel ausgetauscht. Themen waren unter anderem die Herausforderungen jüdischer Künstler*innen in den jeweiligen Kontexten, Methoden der kunstpädagogischen und zivilgesellschaftlichen Bildungsarbeit sowie die Vermittlung jüdischer Geschichte, Kultur und Religion durch das Medium Kunst.

Die Dagesh-Referent*innen stellten vor, wie Werke jüdischer Gegenwartskünstler*innen gemeinsam mit Bildungsreferent*innen genutzt werden, um kunstpädagogische Themen anhand zeitgenössischer jüdischer Kunst zu vermitteln. Exemplarisch präsentierten sie Workshop-Konzepte von Dagesh on Tour, die bei den Kolleg*innen aus Israel auf großes Interesse stießen.

Besonders spannend war die Erkenntnis, dass die Konzepte, Methoden und Inhalte von Dagesh on Tour, die für in Deutschland lebende Kinder und Jugendliche in Risikolagen entwickelt wurden, zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine Übertragung auf den israelischen Kontext bieten. Die Schwerpunkte unserer Bildungsarbeit – jüdische Kulturproduktion, Migrationserfahrungen, Intersektionalität, diasporische Perspektiven, säkulare jüdische Lebenswelten, vielfältige religiöse Identitäten sowie das Engagement für eine plurale Gesellschaft – überschneiden sich in zentralen Punkten mit den Arbeitsweisen von Tarbut. Daraus entwickelte sich ein lebendiger fachlicher Austausch, dessen Fortsetzung wir mit großer Freude entgegensehen.

Das Netzwerktreffen wurde durch die Stiftung EVZ ermöglicht.

Fotos: Omri Semiatizki