Rückblick: Dagesh beim JFBB 2026 – Film-Screening, Werkstattgespräch und Netzwerktreffen

Rückblick: Dagesh beim Jüdischen Filmfestival Berlin-Brandenburg 2026

Film-Screening | Werkstattgespräch | Netzwerktreffen im Rahmen von JFBB Pro

Die Dagesh-Werkstatt beim Jüdischen Filmfestival Berlin-Brandenburg 2026 hat einmal mehr gezeigt: Jüdische Gegenwartskunst ist vielstimmig, vielsprachig und vielgestaltig. Diese Vielfalt braucht Räume, die sie sichtbar machen und stärken: nach außen in die Gesellschaft & nach innen als Ort der Begegnung, des Austauschs und der Solidarität.

Im Rahmen des Jüdischen Filmfestivals Berlin-Brandenburg 2026 (JFBB) war Dagesh erneut mit einem eigenen Programmformat bei JFBB Pro vertreten. Die Dagesh-Werkstatt fand am 6. Mai 2026 im Felleshus | Gemeinschaftshaus der Nordischen Botschaften in Berlin statt.

JFBB Pro richtet sich als Branchenplattform an Filmschaffende, Produzent*innen und Vertreter*innen der Filmindustrie aus Deutschland und dem internationalen Kontext. Es versteht sich als Ort des Austauschs über jüdische Themen im Film, aktuelle gesellschaftliche Debatten und neue künstlerische Perspektiven, in diesem Jahr unter dem Festivalschwerpunkt nordisch-jüdischer Perspektiven.

Die Dagesh-Werkstatt war als offener Gesprächs- und Präsentationsraum konzipiert, in dem sowohl fertige Filme als auch Projekte im Entstehungsprozess vorgestellt wurden. Im Mittelpunkt standen fünf Filmprojekte von Dagesh-Künstler*innen: Arbeiten von Irina Dzhus (ANTICON), Matan Tal (My Sister Shira), Marccela Moreno (Shemira), Ron Segal (ADAM) und Soso Dumbadze (Ein Zufall). Moderiert wurde das Werkstattgespräch von Dagesh-Kurator Daniel Laufer gemeinsam mit den Dagesh-Referentinnen Alisa Gadas, Paulina Schmid und Yana Lemberska.

Vielstimmigkeit als künstlerisches Prinzip

Die fünf präsentierten Arbeiten unterscheiden sich deutlich in Sprache, Ästhetik, Genre und thematischem Zugang. Essayfilm, Animation, dokumentarische Formen, Performance und konzeptuelle Arbeiten standen nebeneinander und eröffneten unterschiedliche Perspektiven auf Erinnerung, Identität, Migration, Körper, Sprache und Verlust. Gerade in dieser Multiperspektivität verwies das Format auf die Vielsprachigkeit und Vielstimmigkeit innerhalb des Dagesh-Netzwerks. Auch die Auseinandersetzung mit persönlichen Erfahrungen der Filmkünstler*innen in Deutschland und Europa nach dem 7. Oktober 2023 wurden in den Filmprojekten und während der Gespräche thematisiert. Dabei wurde immer wieder auf die Bedeutung von Dagesh als Netzwerk und Plattform für jüdische Künstler*innen verwiesen, die Austausch, Sichtbarkeit und Solidarität ermöglicht.

Begegnung und Austausch im Rahmen der Netzwerkarbeit

Im Anschluss trafen sich Künstler*innen und Netzwerkmitglieder zum Dagesh-Netzwerktreffen in den Räumlichkeiten der Nordischen Botschaften. Bei Kaffee und Zimtschnecken tauschten sie sich über aktuelle Projekte, zukünftige Vorhaben und jüdische Perspektiven im zeitgenössischen Film und anderen Kunstgenres aus. Das Treffen bot insbesondere jüngeren Filmschaffenden die Möglichkeit, mit etablierten Künstler*innen in Austausch zu treten und neue Verbindungen innerhalb des Netzwerks zu knüpfen.

Darüber hinaus ermöglichte der gemeinsame Besuch der offiziellen Festivaleröffnung im Potsdamer Hans-Otto-Theater Begegnungen und Gespräche zahlreicher Netzwerkmitglieder. Teilnehmende besuchten zudem weitere Veranstaltungen des JFBB-Pro-Programms, darunter Talents – Projects – Perspectives, das Einblicke in aktuelle Film- und Serienprojekte in Entwicklung und Produktion gibt und ebenfalls Arbeiten von Dagesh-Künstler*innen zeigte, unter anderem von Ido Gotlib, Shira Kela und Shoshana Simon.

Mit der Dagesh-Werkstatt und dem Netzwerktreffen setzte Dagesh seine Arbeit zur Schaffung von Sichtbarkeit, zum Austausch und zur künstlerischen Vernetzung zwischen jüdischen Künstler*innen der Gegenwartskunst erfolgreich fort. Das Format verwies erneut auf die Vielfalt künstlerischer Positionen und individueller Erzählweisen im Netzwerk und schuf einen Raum für gemeinsames Denken, Arbeiten und das Initiieren zukünftiger Zusammenarbeit.

Wir bedanken uns beim JFBB für die gute Kooperation, bei den Nordischen Botschaften für die herzliche Gastfreundschaft sowie bei allen Künstler*innen, Filmschaffenden und Interessierten für diesen wichtigen Austausch zwischen Disziplinen, Erfahrungen und Ideen.

Gerade angesichts dramatischer gesellschaftlicher Polarisierung ist die Sichtbarmachung und Stärkung jüdischer Stimmen und Positionen in der Gegenwartskunst ein wichtiges Anliegen. Dafür danken wir auch der Stiftung EVZ für die kontinuierliche Unterstützung unserer Netzwerkarbeit.