Rückblick | Dagesh beim 2. Fachtag des Open Arts Hub Berlin

2. September 2026 | Podewil Berlin

Am 2. September 2026 fand der zweite Fachtag des Open Arts Hub Berlin statt. Unter dem Titel „Antisemitismus im Kulturbetrieb – Kontinuitäten, Herausforderungen, Impulse“ brachte der Fachtag Akteur*innen aus Kunst, Kulturinstitutionen, Forschung, Beratung und antisemitismuskritischer Bildungsarbeit zusammen, um der Frage nach institutioneller Verantwortung nachzugehen und zu diskutieren, wie antisemitismuskritische Expertise dauerhaft in Kulturinstitutionen verankert werden kann.

Dagesh stellte anlässlich des Fachtags seine Arbeit im Rahmen des bundesweiten Bildungsprogramms Dagesh on Tour vor und gab Einblicke in die Entwicklung von Schutzmaßnahmen zur Prävention, Intervention und Nachsorge antisemitischer Vorfälle in dieser Bildungsarbeit – entwickelt in Zusammenarbeit mit OFEK – sowie in die Erfahrungen aus der Netzwerkarbeit mit jüdischen Künstler*innen seit dem 7. Oktober 2023.

Die Frage nach den konkreten Auswirkungen von Antisemitismus auf Teilhabe im Kulturbetrieb zog sich durch den Tag. Marina Chernivsky (OFEK) verwies dabei auf die Problematik, dass Antisemitismus in öffentlichen Debatten nur selten als Gewaltverhältnis thematisiert werde, während jüdische Künstler*innen gleichzeitig sehr konkrete Teilhabeausschlüsse erleben.

Im Rahmen eines Podiumsgesprächs diskutierte Dagesh-Referentin Yana Lemberska mit Jana Rosenfeld (Anne-Frank-Zentrum Berlin) und Katja Lucker (Initiative Musik), moderiert von Julia Schell, über konkrete Erfahrungen aus den jeweiligen Programmen: Wer wendet sich mit welchen Anliegen an die Institutionen? Wo liegen ihre Zuständigkeiten, und wo fehlen konkret Strukturen, Ressourcen oder Ansprechpartner*innen?

Das Gespräch verdeutlichte: Antisemitismuskritische Kulturarbeit bedeutet auch, Räume für jüdische Perspektiven und Positionen zu öffnen: jüdische Künstlerinnen einzuladen, ihre Arbeiten auszustellen, Konzerte und Lesungen zu programmieren und ihre Vielfalt sichtbar zu machen. Genau hier liegt ein zentraler Schwerpunkt der Arbeit von Dagesh: in der Sichtbarmachung zeitgenössischer jüdischer Positionen und der Stärkung jüdischer Künstlerinnen in Kunst und Kulturbetrieb.

Der Fachtag machte deutlich: Vernetzung sowie das Aufzeigen und Teilen von Expertise und Erfahrung sind unerlässlich für den Aufbau nachhaltiger Strukturen. Es gilt, diese Expertisen weiter zu bündeln, zu verknüpfen und gemeinsam daran zu arbeiten.