Rückblick: Dagesh-Netzwerktreffen mit dem Tarbut Movement

Im Juli begrüßten die Dagesh-Referent*innen in Berlin eine Delegation des Tarbut Movements zu einem gemeinsamen Netzwerktreffen.

Das Tarbut Movement ist eine von Künstler*innen und Pädagog*innen gegründete soziale und kulturelle Basisbewegung in Israel. Es vereint Lehrkräfte, die in ihrer eigenen künstlerischen Praxis kreative und emanzipatorische Methoden entwickeln und diese fächerübergreifend in ihren Unterricht integrieren.

Im Gespräch mit den zwanzig Lehrkräften aus unterschiedlichen israelischen Bildungskontexten wurden Erfahrungen und Expertise in der kulturellen und künstlerischen Netzwerk- und Vermittlungsarbeit in Deutschland und Israel ausgetauscht. Themen waren unter anderem die Herausforderungen jüdischer Künstler*innen in den jeweiligen Kontexten, Methoden der kunstpädagogischen und zivilgesellschaftlichen Bildungsarbeit sowie die Vermittlung jüdischer Geschichte, Kultur und Religion durch das Medium Kunst.

Die Dagesh-Referent*innen stellten vor, wie Werke jüdischer Gegenwartskünstler*innen gemeinsam mit Bildungsreferent*innen genutzt werden, um kunstpädagogische Themen anhand zeitgenössischer jüdischer Kunst zu vermitteln. Exemplarisch präsentierten sie Workshop-Konzepte von Dagesh on Tour, die bei den Kolleg*innen aus Israel auf großes Interesse stießen.

Besonders spannend war die Erkenntnis, dass die Konzepte, Methoden und Inhalte von Dagesh on Tour, die für in Deutschland lebende Kinder und Jugendliche in Risikolagen entwickelt wurden, zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine Übertragung auf den israelischen Kontext bieten. Die Schwerpunkte unserer Bildungsarbeit – jüdische Kulturproduktion, Migrationserfahrungen, Intersektionalität, diasporische Perspektiven, säkulare jüdische Lebenswelten, vielfältige religiöse Identitäten sowie das Engagement für eine plurale Gesellschaft – überschneiden sich in zentralen Punkten mit den Arbeitsweisen von Tarbut. Daraus entwickelte sich ein lebendiger fachlicher Austausch, dessen Fortsetzung wir mit großer Freude entgegensehen.

Das Netzwerktreffen wurde durch die Stiftung EVZ ermöglicht.

Fotos: Omri Semiatizki

Ankündigung: Dagesh-Netzwerktreffen am 27. August 2026

Am 27. August 2026 lädt Dagesh zum nächsten Netzwerktreffen nach Berlin ein. Den Auftakt bildet der gemeinsame Besuch der Buchpremiere unserer Dagesh-Künstlerin Anna Schapiro im Kino Babylon.

In ihrem Debütroman „Fühlen Sie sich wie zu Hause, aber vergessen Sie dabei nicht, dass Sie zu Gast sind“ erzählt Anna Schapiro von intergenerationalem Erinnern, postsowjetisch-jüdischer Migrationsgeschichte und zeitgenössischen jüdischen Perspektiven. Der Roman verbindet Fragen von Abschied und Ankommen mit der Suche nach Zugehörigkeit in Gesellschaft und Gemeinschaft.

Im Anschluss an Lesung und Gespräch kommen die Dagesh-Künstler*innen zu einem gemeinsamen Netzwerktreffen zusammen. In diesem Rahmen stehen Begegnung, Austausch und Einblicke in aktuelle künstlerische Arbeiten und Projekte im Mittelpunkt.

 

Pressemitteilung: Erfolgreiches Bildungsprogramm „Kultur macht stark“ jetzt fortführen – Verzögerungen gefährden Bildungschancen für Kinder und Jugendliche

Der Entwurf zum Bundeshaushalt 2027 lässt zentrale Fragen zur Zukunft des Bundesprogramms „Kultur macht stark“ offen. Dabei erreicht das bundesweit einzigartige Programm gerade jene Kinder und Jugendlichen, deren Bildungs- und Teilhabechancen besonders gefährdet sind. Jetzt braucht es eine verbindliche Zusage für eine bedarfsgerechte Finanzierung und die Fortführung des Programms. Jede Verzögerung oder Schwächung sendet ein falsches Signal für Bildungsgerechtigkeit in Deutschland. 

Berlin, 9. Juli 2026: Damit „Kultur macht stark“ ab 2028 ohne Unterbrechung fortgeführt werden kann und Kinder und Jugendliche weiterhin Zugang zu den Bildungsangeboten erhalten, muss der Bundeshaushalt 2027 die erforderlichen finanziellen und haushaltsrechtlichen Voraussetzungen schaffen. Die 27 Programmpartner fordern deshalb eine Finanzierung von mindestens 50 Millionen Euro jährlich sowie eine verbindliche Fortführung des Programms für mindestens weitere fünf Jahre, abgesichert durch entsprechende Verpflichtungsermächtigungen ab 2028. Damit würde die Bundesregierung zugleich die Zusage aus dem Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD einlösen. Vor dem Hintergrund der anstehenden Haushaltsberatungen tauschten sich die Programmpartner, darunter Verband/Initiative XY [entfällt in Gesamt-PM], mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages über die Zukunft des Programms und die notwendigen Voraussetzungen für seine Fortführung aus. Dabei wurde deutlich, dass die Forderungen nach Planungssicherheit und einer verlässlichen Fortführung des Programms über Fraktionsgrenzen hinweg auf große Offenheit stoßen. 

„Bildungsgerechtigkeit steht für mich an erster Stelle, wenn es darum geht, Politik für unsere Gesellschaft zu machen. Wir brauchen bildungspolitische Konzepte, die am Wohl aller Kinder und Jugendlichen orientiert sind, und die nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Bildungsangebote außerhalb von Kita und Schule tragen in großem Maße dazu bei, soziale Herkunft und Bildungserfolg zu entkoppeln. Kulturelle Bildung und die aktive Beschäftigung mit Kunst und Kultur bedeuten sowohl das Erleben von Selbstwirksamkeit und persönlichem Wachstum als auch gesellschaftliche Teilhabe. ‚Kultur macht stark‘ ‒ Das trifft es auf den Punkt. Dieses Bildungsprogramm ist, auch vor dem Hintergrund unserer gesellschaftlichen Herausforderungen, wichtiger denn je.“
– Saskia Esken, MdB, Vorsitzende im Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend 

Bewährtes Instrument gegen Bildungsarmut 

Gerade angesichts der im kürzlich veröffentlichten Bildungsbericht benannten Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung, im Ganztag und in der Medienbildung ist „Kultur macht stark“ ein bewährtes Instrument gegen Bildungsarmut, soziale Spaltung und ungleiche Bildungschancen. Allein in den ersten beiden Jahren der laufenden Förderphase wurden mehr als 250.000 Kinder und Jugendliche erreicht. Über 90 Prozent der Teilnehmenden berichten von gestärktem Selbstvertrauen und größerer Selbstwirksamkeit. Mehr als 90 Prozent der Bündnisakteure sehen einen Mehrwert in der Zusammenarbeit der lokalen Bündnisse, die Kinder und Jugendliche besser erreichen, kommunale Bildungslandschaften stärken und auch über die Förderung hinaus tragfähige Netzwerke schaffen. Gerade diese gewachsenen Strukturen machen die besondere Wirksamkeit des Programms aus. Um sie zu erhalten und Kindern und Jugendlichen auch künftig verlässliche Bildungsangebote zu ermöglichen, braucht „Kultur macht stark“ jetzt Planungssicherheit durch eine verbindliche Förderzusage ab 2028. 

Bildungschancen dürfen keine Förderlücken haben 

Eine Verzögerung oder Schwächung der nächsten Förderphase würde den bildungspolitischen Erfordernissen in zentralen Zukunftsfeldern entgegenlaufen. Sie würde die Reichweite und Wirkung des Programms verringern, gewachsene lokale Strukturen schwächen und dazu führen, dass deutlich weniger Kinder und Jugendliche in Risikolagen erreicht werden. Zugleich droht ein Förderknick: Erhalten die Programmpartner nicht rechtzeitig Planungssicherheit, müssten zahlreiche lokale Bündnisse ihre Arbeit für bis zu ein Jahr unterbrechen. Qualifizierte Fachkräfte gingen verloren, gewachsene Netzwerke würden auseinanderbrechen und wertvolle Erfahrungen nicht in die nächste Förderphase überführt werden. Das wäre ein erheblicher Rückschritt für Bildungsgerechtigkeit und kulturelle Teilhabe in Deutschland. 

Damit die vierte Förderphase nahtlos beginnen kann, müssen die notwendigen Voraussetzungen jetzt geschaffen werden. Dazu gehört, die neue Förderrichtlinie noch 2026 vorzulegen und die Bewilligungen spätestens im Sommer 2027 zu erteilen. Die neue Förderrichtlinie sollte dabei die bewährten Strukturen des Programms erhalten – die lokalen Bündnisse für Bildung, die Vielfalt der Programmpartner als Spiegel der außerschulischen kulturellen Bildung sowie die Verfahren der Mittelweiterleitung, Qualitätssicherung und fachlichen Begleitung. Nur so können die hohe Qualität des Programms gesichert, gewachsene Strukturen erhalten und die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen nachhaltig gestärkt werden. 

Planungssicherheit ist die Voraussetzung dafür, dass bewährte Strukturen erhalten bleiben und Kinder und Jugendliche auch über 2028 hinaus verlässlich von kultureller Bildung profitieren können. 

Über „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ 

Seit 2013 wurden im Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesbildungsministeriums bundesweit über 1,6 Millionen Teilnehmende mit rund 55.000 Projekten erreicht. Ermöglicht wurde dies durch insgesamt über 21.000 Bündnisse für Bildung, die aus je mindestens drei Bündnispartnern bestehen. So waren an der Umsetzung des Programms bisher 100.000 zivilgesellschaftliche Akteure beteiligt, die in 99 Prozent der Landkreise und kreisfreien Städten Projekte für Kinder und Jugendliche, insbesondere in Risikolagen, umgesetzt haben. Gerade die Zusammenarbeit verschiedenster Akteure bewirkte, dass nahezu die Hälfte der Projekte in den ländlichen Regionen Deutschlands umgesetzt wurden und damit ein erheblicher Beitrag zu gleichwertigen Lebensverhältnissen geleistet werden konnte.  

Die Programmpartner in „Kultur macht stark“: 

27 Programmpartner erreichen als Förderer und Initiativen die lokale Ebene vor Ort, sie machen die Breite der kulturellen Bildungsprojekte möglich, beraten und qualifizieren die Bündnisse und setzen sich für die Weiterentwicklung des Bundesprogramms ein.  

Mit dem Programm „Dagesh on Tour“ ist Dagesh – Jüdische Kunst im Konzext im Rahmen von DialoguePerspectives e.V. teil von „Kultur macht stark“. Jedes Jahr werden über 100 Workshoptage gefördert, mit denen über 1000 Kinder und Jugendliche erreicht werden. Dagesh on Tour vermittelt in Workshops mit kreativen und emanzipatorischen Methoden künstlerische Perspektiven auf die Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland. 

Aktion Tanz – Bundesverband Tanz in Bildung und Gesellschaft e. V. • Alevitische Gemeinde Deutschland K.d.ö.R. • ASSITEJ e. V. Bundesrepublik Deutschland • BAG Zirkuspädagogik e. V. • Bundesmusikverband Chor & Orchester e. V. • Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler e. V. • Bundesverband der Friedrich-Bödecker-Kreise e. V. • Bundesverband Freie Darstellende Künste e. V. • Bundesverband Jugend und Film e. V. • Bundesverband Netzwerke von Migrant*innenorganisationen e. V. • Bundesverband Popularmusik e. V. • Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. • Dagesh – Jüdische Kunst im Kontext, ein Programm von DialoguePerspectives e.V. • Deutscher Bibliotheksverband e. V. • Deutscher Bühnenverein – Bundesverband der Theater und Orchester • Deutscher Museumsbund e. V. • Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V. • Deutscher Volkshochschul-Verband e. V. • Fonds Darstellende Künste e. V. • JFF – Jugend Film Fernsehen e. V. • Paritätisches Bildungswerk Bundesverband e. V. • Spielmobile e. V. –  Bundesarbeitsgemeinschaft der mobilen spielkulturellen Projekte • Stiftung Digitale Spielekultur gGmbH • Stiftung Lesen • Türkische Gemeinde in Deutschland e. V. • Verband deutscher Musikschulen e. V. • Zirkus macht stark – Zirkus für alle e. V. 

Stellungnahme: Kinder und Jugendliche fördern – Zukunftsperspektiven schaffen. Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ (2028 – 2033) jetzt sichern“ 

Website des BMBFSFJ zum Bundesprogramm „Kultur macht stark“: www.buendnisse-fuer-bildung.de  

„Kultur macht stark“: Erfolgreiche Projekte seit 2013. Broschüre. BMBFSFJ 

Dagesh | Ankündigung: Dagesh-Studio on the Road #SukkotEdition 2026

Dagesh-Studio on the Road #SukkotEdition 2026

„Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“

Jüdisches Kulturmuseum Veitshöchheim | 25. September bis 2. Oktober 2026

Ausstellungseröffnung: 26. September 2026

Kuration: Johanna Weiß & Daniel Laufer

Die Ausstellung „Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“ nimmt das jüdische Fest Sukkot zum Ausgangspunkt für eine künstlerische Auseinandersetzung mit Fragilität, Schutz und Gemeinschaft in einer krisenhaften Gegenwart. Sukkot erinnert an die Zeit des Wanderns und Wohnens in provisorischen Hütten während des Auszugs aus Ägypten. Die Sukka verkörpert einen prekären Schutzraum, der keine Sicherheit garantiert, aber eine Form des Innehaltens, der Offenheit und des Zusammenseins ermöglicht.

Gerade heute, im Angesicht von Krieg, Flucht, ökologischen Krisen, politischer Unsicherheit, gesellschaftlicher Polarisierung und zunehmender sozialer Vereinzelung, gewinnt die Symbolik der Sukka neue Aktualität. Sie steht für temporäre Schutzräume, wie sie Geflüchtete, marginalisierte Gruppen oder Menschen in instabilen Lebensverhältnissen aufsuchen oder improvisieren müssen. Dabei stellt die Sukka nicht nur architektonisch, sondern auch sozial eine grundlegende Frage: Was bedeutet Schutz, wenn er nicht dauerhaft sein kann? Und was bedeutet Gemeinschaft unter fragilen Bedingungen?

Anlässlich der Ausstellung wird eine Sukka aufgebaut, die zugleich traditionell und kreativ gestaltet ist. Als fragile Struktur ist sie durchlässig für die Elemente, weit entfernt von der Beständigkeit eines stabilen Gebäudes. Gerade in dieser Temporalität wird ein zentraler Gedanke von Sukkot sichtbar: das Bewusstsein, dass menschliches Leben und all unsere Errungenschaften zerbrechlich sind und in einem größeren Kontext existieren. Diese Fragilität lädt uns ein, die Vergänglichkeit anzuerkennen, uns mit dem Moment zu verbinden und den Wert von Einfachheit und Verbundenheit neu zu entdecken.

Die Geste der Einladung, des Teilens und des provisorischen Zusammenkommens bildet das Zentrum der Ausstellung und verweist auf die Idee von Gemeinschaft als widerständiger Praxis: „Der Himmel als Decke“ begreift die Sukka als Raum der Begegnung, an dem Tradition und zeitgenössische künstlerische Positionen aufeinandertreffen, als Ort des Zuhörens, der Gemeinschaft und der Reflexion.

„Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“ ist Teil der bundesweiten Reihe Dagesh-Studio on the Road, die zeitgenössische jüdische Positionen in der Gegenwartskunst sichtbar macht, und wird in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Kulturmuseum Veitshöchheim realisiert.

Nach der Purim Edition im März in Dresden setzen wir die Reihe im September 2026 mit der #SukkotEdition in Veitshöchheim fort. Vom 25. September bis 2. Oktober 2026 werden wir das Jüdische Kulturmuseum Veitshöchheim sowie die Sukka im historischen Synagogenhof des Museums bespielen und einen Raum schaffen, in dem Tradition und zeitgenössische Kunst aufeinandertreffen. Die Ausstellungseröffnung findet am 26. September 2026 statt. Weitere Informationen zum Rahmenprogramm folgen in Kürze.

Die beteiligten Künstler*innen sind:

Michal Fuchs

Elianna Renner

Regina Potomkina

Shira Orion

Rückblick: 2. Qualifizierungstage 2026 für Dagesh on Tour Honorarkräfte

4.–5. Juni 2026 | Berlin

 

Am 4. und 5. Juni 2026 kamen die Dagesh on Tour-Honorarkräfte zur zweiten Qualifizierung in diesem Jahr zusammen. Im Zentrum der zwei Tage standen die Auseinandersetzung mit pädagogischen Methoden zur Vermittlung jüdischer Kunst und künstlerischer Positionierung, die Vermittlung des Dagesh-Schutzkonzepts in der Workshop-Praxis sowie eine Reflexion der Zusammenarbeit zwischen den Honorarkräften während der Workshops.

Was ist jüdische Kunst? Perspektiven, Positionen, und Vermittlung

Der erste Teil der Qualifizierung widmete sich der Frage: Wie können Konzepte ‚jüdischer Kunst‘ in der pädagogischen Arbeit vermittelt werden, und welche inhaltlichen Annäherungen an ein Konzept von ‚Jüdischer Kunst‘ können dabei formuliert werden? Angesichts der Vielschichtigkeit und Unschärfe einer Begriffsdefinition stand die gemeinsame Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven, Erfahrungen und Positionierungen innerhalb des Feldes im Zentrum. Ausgehend von künstlerischen und pädagogischen Impulsen diskutierten die Teilnehmenden, welche Themen und Konzepte die Arbeit von Dagesh on Tour prägen und wie diese in Workshops vermittelt werden können. Der Workshop bot Raum für die Reflexion der eigenen Rolle, Haltung und Verantwortung als künstlerischer beziehungsweise pädagogischer Leitung und lieferte wichtige Impulse für die zukünftige inhaltliche Gestaltung der Bildungsangebote.

Dagesh-Schutzkonzept in der Praxis

Ein weiterer Schwerpunkt der Qualifizierungstage war die praktische Arbeit mit dem Dagesh-Schutzkonzept. Kristina Omelchenko, Bildungsreferentin und Kulturvermittlerin, sowie Nina Fraeser, Bildungsreferentin und Mediatorin, leiteten den Workshop „How to Schutzkonzept: Sicherheitstraining und Einführung in das Schutzkonzept“. Nach der Vorstellung der aus dem Konzept entwickelten Leitfäden erarbeiteten die Teilnehmenden anhand eines Rollenspiels einen praxisnahen Fall: ein nicht eindeutig einzuordnender antisemitischer Vorfall, bei dessen Bearbeitung die Checklisten und Handlungsleitfäden angewendet wurden. Die Übung ermöglichte es, das Schutzkonzept aus unterschiedlichen Perspektiven zu erproben und seine praktische Anwendbarkeit zu reflektieren. Die Ergebnisse des Workshops fließen in die Weiterentwicklung des Schutzkonzepts ein.

Reflexion zur Zusammenarbeit im Workshop-Tandem

Den Abschluss der Qualifizierung bildete eine Session mit Coach Deborah Kohn. Im ersten Teil stand die Zusammenarbeit der Honorarkräfte in Tandems im Mittelpunkt. Anhand von Praxisbeispielen wurden Fragen der Kommunikation, Rollenverteilung und Konfliktprävention besprochen. Im zweiten Teil wurden die Inhalte der vorangegangenen Workshops gemeinsam reflektiert und zentrale Erkenntnisse zusammengetragen. So konnten wichtige Impulse für die weitere inhaltliche und pädagogische Entwicklung der Dagesh on Tour-Formate festgehalten werden.

Die 2. Qualifizierungstage haben erneut verdeutlicht, wie wertvoll der gemeinsame Austausch zwischen den Honorarkräften ist. Unterschiedliche Perspektiven wurden sichtbar, Methoden und Prozesse zur Workshop-Durchführung erfolgreich vermittelt und konkrete Impulse für die Weiterentwicklung der Dagesh on Tour-Formate entwickelt. Wir danken allen Referent*innen und Honorarkräften für ihre engagierte Mitwirkung.

Rückblick: Dagesh beim JFBB 2026 – Film-Screening, Werkstattgespräch und Netzwerktreffen

Rückblick: Dagesh beim Jüdischen Filmfestival Berlin-Brandenburg 2026

Film-Screening | Werkstattgespräch | Netzwerktreffen im Rahmen von JFBB Pro

Die Dagesh-Werkstatt beim Jüdischen Filmfestival Berlin-Brandenburg 2026 hat einmal mehr gezeigt: Jüdische Gegenwartskunst ist vielstimmig, vielsprachig und vielgestaltig. Diese Vielfalt braucht Räume, die sie sichtbar machen und stärken: nach außen in die Gesellschaft & nach innen als Ort der Begegnung, des Austauschs und der Solidarität.

Im Rahmen des Jüdischen Filmfestivals Berlin-Brandenburg 2026 (JFBB) war Dagesh erneut mit einem eigenen Programmformat bei JFBB Pro vertreten. Die Dagesh-Werkstatt fand am 6. Mai 2026 im Felleshus | Gemeinschaftshaus der Nordischen Botschaften in Berlin statt.

JFBB Pro richtet sich als Branchenplattform an Filmschaffende, Produzent*innen und Vertreter*innen der Filmindustrie aus Deutschland und dem internationalen Kontext. Es versteht sich als Ort des Austauschs über jüdische Themen im Film, aktuelle gesellschaftliche Debatten und neue künstlerische Perspektiven, in diesem Jahr unter dem Festivalschwerpunkt nordisch-jüdischer Perspektiven.

Die Dagesh-Werkstatt war als offener Gesprächs- und Präsentationsraum konzipiert, in dem sowohl fertige Filme als auch Projekte im Entstehungsprozess vorgestellt wurden. Im Mittelpunkt standen fünf Filmprojekte von Dagesh-Künstler*innen: Arbeiten von Irina Dzhus (ANTICON), Matan Tal (My Sister Shira), Marccela Moreno (Shemira), Ron Segal (ADAM) und Soso Dumbadze (Ein Zufall). Moderiert wurde das Werkstattgespräch von Dagesh-Kurator Daniel Laufer gemeinsam mit den Dagesh-Referentinnen Alisa Gadas, Paulina Schmid und Yana Lemberska.

Vielstimmigkeit als künstlerisches Prinzip

Die fünf präsentierten Arbeiten unterscheiden sich deutlich in Sprache, Ästhetik, Genre und thematischem Zugang. Essayfilm, Animation, dokumentarische Formen, Performance und konzeptuelle Arbeiten standen nebeneinander und eröffneten unterschiedliche Perspektiven auf Erinnerung, Identität, Migration, Körper, Sprache und Verlust. Gerade in dieser Multiperspektivität verwies das Format auf die Vielsprachigkeit und Vielstimmigkeit innerhalb des Dagesh-Netzwerks. Auch die Auseinandersetzung mit persönlichen Erfahrungen der Filmkünstler*innen in Deutschland und Europa nach dem 7. Oktober 2023 wurden in den Filmprojekten und während der Gespräche thematisiert. Dabei wurde immer wieder auf die Bedeutung von Dagesh als Netzwerk und Plattform für jüdische Künstler*innen verwiesen, die Austausch, Sichtbarkeit und Solidarität ermöglicht.

Begegnung und Austausch im Rahmen der Netzwerkarbeit

Im Anschluss trafen sich Künstler*innen und Netzwerkmitglieder zum Dagesh-Netzwerktreffen in den Räumlichkeiten der Nordischen Botschaften. Bei Kaffee und Zimtschnecken tauschten sie sich über aktuelle Projekte, zukünftige Vorhaben und jüdische Perspektiven im zeitgenössischen Film und anderen Kunstgenres aus. Das Treffen bot insbesondere jüngeren Filmschaffenden die Möglichkeit, mit etablierten Künstler*innen in Austausch zu treten und neue Verbindungen innerhalb des Netzwerks zu knüpfen.

Darüber hinaus ermöglichte der gemeinsame Besuch der offiziellen Festivaleröffnung im Potsdamer Hans-Otto-Theater Begegnungen und Gespräche zahlreicher Netzwerkmitglieder. Teilnehmende besuchten zudem weitere Veranstaltungen des JFBB-Pro-Programms, darunter Talents – Projects – Perspectives, das Einblicke in aktuelle Film- und Serienprojekte in Entwicklung und Produktion gibt und ebenfalls Arbeiten von Dagesh-Künstler*innen zeigte, unter anderem von Ido Gotlib, Shira Kela und Shoshana Simon.

Mit der Dagesh-Werkstatt und dem Netzwerktreffen setzte Dagesh seine Arbeit zur Schaffung von Sichtbarkeit, zum Austausch und zur künstlerischen Vernetzung zwischen jüdischen Künstler*innen der Gegenwartskunst erfolgreich fort. Das Format verwies erneut auf die Vielfalt künstlerischer Positionen und individueller Erzählweisen im Netzwerk und schuf einen Raum für gemeinsames Denken, Arbeiten und das Initiieren zukünftiger Zusammenarbeit.

Wir bedanken uns beim JFBB für die gute Kooperation, bei den Nordischen Botschaften für die herzliche Gastfreundschaft sowie bei allen Künstler*innen, Filmschaffenden und Interessierten für diesen wichtigen Austausch zwischen Disziplinen, Erfahrungen und Ideen.

Gerade angesichts dramatischer gesellschaftlicher Polarisierung ist die Sichtbarmachung und Stärkung jüdischer Stimmen und Positionen in der Gegenwartskunst ein wichtiges Anliegen. Dafür danken wir auch der Stiftung EVZ für die kontinuierliche Unterstützung unserer Netzwerkarbeit.

Ausschreibung | Open Call Dagesh-Studio on the Road #SukkotEdition 2026

„Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“

Jüdisches Kulturmuseum Veitshöchheim

Eröffnung: 26. September 2026; Laufzeit: 25. September bis 2. Oktober 2026

Kuration: Johanna Weiß & Daniel Laufer

Zur Mitwirkung an der Ausstellung „Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“ möchten wir alle Dagesh-Künstler*innen herzlich einladen. Die Ausstellung ist Teil der bundesweiten Reihe Dagesh-Studio on the Road, die zeitgenössische jüdische Positionen in der Gegenwartskunst sichtbar macht. Nach der Purim Edition im März in Dresden setzen wir die Reihe im September 2026 mit der Dagesh-Studio on the Road #SukkotEdition 2026 in Veitshöchheim fort.

 

Vom 25. September bis 2. Oktober 2026 werden wir das Jüdische Kulturmuseum Veitshöchheim sowie die Sukka im historischen Synagogenhof des Museums bespielen und einen Raum schaffen, in dem Tradition und zeitgenössische Kunst aufeinandertreffen. Die Eröffnung der Ausstellung findet am 26. September 2026 statt.

Die Ausstellung „Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“ nimmt das jüdische Fest Sukkot zum Ausgangspunkt für eine künstlerische Auseinandersetzung mit Fragilität, Schutz und Gemeinschaft in einer krisenhaften Gegenwart. Sukkot erinnert an die Zeit des Wanderns und Wohnens in provisorischen Hütten während des Auszugs aus Ägypten. Die Sukka verkörpert einen prekären Schutzraum, der keine Sicherheit garantiert, aber eine Form des Innehaltens, der Offenheit und des Zusammenseins ermöglicht.

Gerade heute, im Angesicht von Krieg, Flucht, ökologischen Krisen, politischer Unsicherheit, gesellschaftlicher Polarisierung und zunehmender sozialer Vereinzelung, gewinnt die Symbolik der Sukka neue Aktualität. Sie steht für temporäre Schutzräume, wie sie Geflüchtete, marginalisierte Gruppen oder Menschen in instabilen Lebensverhältnissen aufsuchen oder improvisieren müssen. Dabei stellt die Sukka nicht nur architektonisch, sondern auch sozial eine grundlegende Frage: Was bedeutet Schutz, wenn er nicht dauerhaft sein kann? Und was bedeutet Gemeinschaft unter fragilen Bedingungen?

Anlässlich der Ausstellung wird eine Sukka aufgebaut, die zugleich traditionell und kreativ gestaltet ist. Als fragile Struktur ist sie durchlässig für die Elemente, weit entfernt von der Beständigkeit eines stabilen Gebäudes. Gerade in dieser Temporalität wird ein zentraler Gedanke von Sukkot sichtbar: das Bewusstsein, dass menschliches Leben und all unsere Errungenschaften zerbrechlich sind und in einem größeren Kontext existieren. Diese Fragilität lädt uns ein, die Vergänglichkeit anzuerkennen, uns mit dem Moment zu verbinden und den Wert von Einfachheit und Verbundenheit neu zu entdecken.

Die Geste der Einladung, des Teilens und des provisorischen Zusammenkommens bildet das Zentrum der Ausstellung und verweist auf die Idee von Gemeinschaft als widerständiger Praxis: „Der Himmel als Dach“ begreift die Sukka als Raum der Begegnung, an dem Tradition und zeitgenössische künstlerische Positionen aufeinandertreffen, als Ort des Zuhörens, der Gemeinschaft und der Reflexion.

 

Für die Gestaltung der Ausstellung und des Eröffnungsprogramms laden wir Dagesh-Künstler*innen ein, Vorschläge für Beiträge einzureichen. Eure künstlerischen Arbeiten sollen den Dialog zwischen Tradition und moderner künstlerischer Praxis widerspiegeln und sich mit Themen von Fragilität, Vergänglichkeit, temporärem Schutz in unsicheren Zeiten oder Formen von Sicherheit durch das Zusammenkommen in der Sukka und Gemeinschaft auseinandersetzen. Gerne können eure Arbeiten jüdische Perspektiven im ländlichen Raum thematisieren.

Eingereicht werden können fertige Arbeiten oder Projektskizzen in Form von Flachware, Kleinskulpturen oder Sound- und Videoarbeiten, Performance-Formate, Essays oder Gedichten.

Bitte einreichen:

  • eine Kurzbeschreibung der Arbeit (max. 2 Seiten) mit Abbildungen und Größenangaben
  • einen kurzen Konzepttext, der den inhaltlichen Bezug zur Ausstellung und den Themenschwerpunkten erläutert (max. 300 Wörter)
  • bei Sound-, und Videoarbeiten: Laufzeit, Dateiformat und Angaben zum benötigten Abspielgerät
  • technische Anforderungen und Aufbauhinweise
  • eine aktuelle Kurzbio (max. 1 Seite)
  • eine Auswahl von Abbildungen früherer Arbeiten mit Werkangaben
  • Angabe, ob eine persönliche Teilnahme am 26. September bzw. während der Ausstellungslaufzeit möglich ist

Künstler*innen, deren Beiträge im Rahmen der Ausstellung gezeigt werden, erhalten ein Honorar in Höhe von 500 Euro. Reise- und Übernachtungskosten sowie die Ausgaben für den Transport der Beiträge werden vollständig erstattet. Produktionskosten können leider nicht erstattet werden.

 

Bewerbungsfrist: 30. Mai 2026

Einreichung per E-Mail an: bewerbung@dagesh.de mit Betreff „#Sukkot Edition 2026″.

Fragen zur Ausschreibung bitte an Alisa Gadas (info@dagesh.de) oder Daniel Laufer (laufer@dagesh.de) richten.

Wir freuen uns auf zahlreiche Beiträge und darauf, diesen besonderen Raum gemeinsam zu gestalten!

 

Stellenausschreibung I Projektreferent*in

DialoguePerspectives e.V. sucht für das Programm Dagesh – Jüdische Kunst im Kontext zum 15. Juni 2026 in Berlin eine*n Projektreferent*in.

Projektreferent*in Dagesh on Tour in Elternzeitvertretung (w/m/d)

(75%, TVöD Bund E13, voraussichtlich befristet bis zum 15.8.2027)

DialoguePerspectives. Discussing Religions and Worldviews e.V. ist eine ist eine europäische Plattform zur Stärkung der pluralen europäischen Gesellschaft mit Sitz in Berlin. DialoguePerspectives e.V. entwickelt impact-orientierte zivilgesellschaftliche Programme für eine resiliente europäische Gesellschaft.

Dagesh – Jüdische Kunst im Kontext ermöglicht die Sichtbarkeit vielfältiger künstlerischer Ausdrucksformen von Jüdinnen und Juden. Als Plattform und Netzwerk erkundet Dagesh seit seiner Gründung ein gegenwärtiges, selbstbewusstes und zukunftsgewandtes jüdisches Selbstverständnis. Dagesh on Tour ist ein kulturelles Bildungsprogramm zur Vermittlung verschiedener Dimensionen jüdischen Lebens in Deutschland über das Medium der Kunst. Bundesweit werden kreative Workshops für Kinder und Jugendliche von 8-18 Jahren realisiert.

Aufgabengebiete:

  • Planung und Umsetzung von Bildungsworkshops im Rahmen des Bildungsprogramms Dagesh on Tour
  • Akquise, Mobilisierung und Steuerung externer Honorarkräfte sowie Aufbau und Pflege von bundesweiten Bündnissen im Kontext von Dagesh on Tour
  • Organisation und Durchführung aller veranstaltungsbezogenen Prozesse – inklusive Vor- und Nachbereitung
  • Begleitung sämtlicher Maßnahmen zur Qualitätssicherung innerhalb des Programms
  • Mitarbeit bei der Abrechnung und Dokumentation von Veranstaltungen
  • Erstellung von Berichten und Verwendungsnachweisen für Fördermittelgeber
  • Kommunikation mit Referent*innen, Künstler*innen, Bildungsträgern und Mittelgebern
  • Aktive Netzwerkpflege des Dagesh-Künstler*innennetzwerks
  • Konzeption und Umsetzung von Veranstaltungsformaten im Rahmen der Netzwerkarbeit
  • Pflege und Ausbau von Kontakten zu Institutionen aus Kunst, Kultur, Kinder- und Jugendbildung sowie zu jüdischen Organisationen
  • Mitarbeit bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Wir bieten:

  • Eine diversitätsorientierte und familienbewusste Personalpolitik
  • Ein abwechslungsreiches Aufgabengebiet mit spannenden und anspruchsvollen Tätigkeiten
  • Eine offene, wertschätzende und inklusive Kommunikationskultur
  • Eigenverantwortliches Arbeiten ebenso wie konstruktive Teamarbeit
  • Ein angenehmes, inklusives und dynamisches Arbeitsumfeld
  • Mitarbeit in einem kompetenten, engagierten und kreativen Team
  • Unterstützung und Begleitung bei Ihrer fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung
  • Die Möglichkeit zum Homeoffice nach Absprache

Wir erwarten:

  • Abgeschlossenes Bachelor- oder Masterstudium, vorzugsweise in einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Fachbereich
  • Erfahrungen in der außerschulischen kulturellen Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen
  • Fundierte Fachkenntnisse im Bereich Antidiskriminierung, insbesondere im Themenfeld Antisemitismus
  • Erfahrungen in der Organisation und Abrechnung von Veranstaltungen
  • Gute Kenntnisse in der Bewirtschaftung öffentlicher Mittel sowie im Zuwendungs- und Vergaberecht; Kenntnisse des Bundesreisekostengesetzes bzw. die Bereitschaft, sich diese anzueignen
  • Bereitschaft zu gelegentlich unregelmäßigen Arbeitszeiten und Dienstreisen
  • Sicherer Umgang mit den gängigen Computerprogrammen (z. B Word, Excel, Canva); Bereitschaft zur Weiterqualifizierung in digitalen Tools
  • Sehr guter sprachlicher Stil und hohe Textsicherheit in Deutsch und Englisch
  • Ausgeprägte Kommunikationsstärke
  • Interkulturelle und gendergerechte Sensibilität; fundierte Kenntnisse über verschiedene Dimensionen jüdischer Pluralität in Deutschland und in Europa
  • Idealerweise bringen Sie tiefere Einblicke in die jüdische Kunst- und Kulturszene in Deutschland mit und verfügen über gute Kontakte in entsprechende Netzwerke
  • Hohes organisatorisches Geschick
  • Ausgeprägte Dialog- und Teamfähigkeit sowie ein hohes Maß an Gewissenhaftigkeit, Zuverlässigkeit und Engagement

Wir begrüßen ausdrücklich Bewerbung von Menschen mit Migrationsgeschichte sowie von Menschen mit Behinderung.

Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen (Bitte eine Datei im pdf-Format; Einzeldateien und/oder andere Dateiformate werden nicht akzeptiert) senden Sie bitte bis zum 15.5.2026 per E-Mail an: jobs@dialogperspektiven.de .

Kontakt für Nachfragen

Veronika Große  (Assistentin Executive Committee)

Dagesh beim Jüdischen Filmfestival Berlin-Brandenburg (JFBB) 2026

Am 6. Mai 2026 lädt Dagesh um 13 Uhr zu einem Werkstattgespräch mit Filmschaffenden aus unserem Netzwerk im Rahmen des Jüdischen Filmfestival Berlin-Brandenburg (JFBB) ein. Anlässlich des Branchentags JFBB Pro werden fertige Filme sowie Projekte im Prozess gezeigt und mit den Filmkünstler*innen diskutiert. Präsentiert werden u. a. Arbeiten von Irina Dzhus (ANTICON), Matan Tal (My Sister Shira), Marcella Moreno (Shemira), Ron Segal (ADAM) und Soso Dumbadze (Ein Zufall).Im Anschluss an die Veranstaltung findet das nächste Dagesh Netzwerktreffen statt, bei dem der kreative Austausch mit den Künstler*innen fortgesetzt werden kann.Weitere Informationen zum Festival, Programm und Anmeldung folgen hier.

Hinweis für Dagesh-Netzwerkmitglieder: Wir laden euch herzlich zum JFBB-Pro Tag, zum Netzwerktreffen und zur Festivaleröffnung am Abend des 5. Mai 2026 ein und haben für euch Freikarten reserviert. Das Kontingent ist begrenzt, daher verlosen wir die Plätze unter den Anmeldungen.Bitte meldet euch bis zum 19. April an: bewerbung@dagesh.de / Betreff JFBB 2026Reise- und Übernachtungskosten können wir im Nachgang gemäß Reisekostengesetz erstatten.

Rückblick: 1. Qualifizierungstage 2026 für Dagesh on Tour Honorarkräfte

Rückblick: 1. Qualifizierungstage 2026 für Dagesh on Tour Honorarkräfte
23.–25. März 2026 | Berlin

Vom 23.–25. März fanden die ersten Qualifizierungstage für Dagesh on Tour Honorarkräfte in diesem Jahr statt. 19 pädagogische und künstlerische Workshopleitungen nahmen an dem umfangreichen Programm teil. Im Zentrum standen die Auseinandersetzung mit didaktischen Methoden und Ansätzen aus kunsttherapeutischer und traumasensibler Bildungsarbeit sowie eine Fortsetzung der Einführungsreihe in das Arbeiten mit dem Dagesh Schutzkonzept

Safe Studio mit Hofit Keshet & Nehama Grenimann Bauch
Zwei der drei Qualifizierungstage wurden von Hofit Keshet und Nehama Grenimann Bauch geleitet. Die Kunsttherapeut*innen gaben Einblicke in das Konzept Safe Studio, ein trauma-informierter, mehrsprachiger, kunsttherapeutischer Raum, der Kunst, psychosoziale Unterstützung und Community Work verbindet.

Das Konzept, welches Hofit Keshet und Nehama Grenimann Bauch unter anderem im israelischen Bildungskontext nach dem 7. Oktober erarbeitet haben, richtet sich an Familien und Kinder, jüdische Communities, aber auch Künstler*innen und Kulturschaffende. Im Kunst- und Kulturbetrieb erleben jüdische Menschen nicht erst seit dem 7. Oktober Anfeindungen und Antisemitismus – Dies führt zu Angst, Sprachlosigkeit, Rückzug und kreativem Blockieren. Safe Studio begegnet dem durch die Erschaffung eines sicheren, nicht-normativen Ortes, der Kreativität, Ausdruck, psychologische Sicherheit und Resilienz stärkt.
So hatten unsere Honorarkräfte in diesen zwei Tagen die Möglichkeit, Einblicke in kunsttherapeutische Arbeit zu erhalten und gemeinsam mit den Therapeut*innen zu erarbeiten, inwiefern sich Methoden in die kunstpädagogische Arbeit integrieren lassen – und wo sich diese Arbeit auch klar von therapeutischen Ansätzen abgrenzen muss.

Dagesh 2026 – Neue Entwicklungen
Der dritte Tag begann mit einem Einblick in die Arbeit von Dagesh jenseits der öffentlichen Formate. Die Referentinnen stellten aktuelle Entwicklungen von Dagesh on Tour vor, darunter die geplante Erweiterung der Bildungsangebote um regelmäßige Kurse, die stärkere Ansprache jüngerer Zielgruppen sowie die Vertiefung kunsttherapeutischer Fortbildungen. Zudem wurden neue Formate für das Künstler*innen-Netzwerk präsentiert, etwa das Format „Dagesh Studio on the Road” sowie geplante Netzwerktreffen, unter anderem im Mai im Rahmen des Jüdischen Filmfestivals Berlin Brandenburg.

Einführung in das Dagesh Schutzkonzept
Am dritten Tag setzte Marina Chernivsky (Ofek e.V.) die Einführung in das Schutzkonzept fort, das als verbindlicher Handlungsrahmen für die Bildungsarbeit bei Dagesh on Tour Prävention, Intervention und Nachsorge zusammenführt. Das Schutzkonzept bettet die projektbezogenen Maßnahmen in eine Unterstützungsstruktur ein und wird als lernendes Dokument fortlaufend aktualisiert und in die praktische Arbeit der Bildungsreferent*innen eingebunden.

Hinter uns liegen drei intensive und erkenntnisreiche Tage. Wir danken den Referentinnen, unseren Honorarkräften sowie dem Jugendzentrum Olam für die wunderbare Zusammenarbeit.