Dagesh-Studio on the Road #SukkotEdition 2026
„Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“
Jüdisches Kulturmuseum Veitshöchheim | 25. September bis 2. Oktober 2026
Ausstellungseröffnung: 26. September 2026
Kuration: Johanna Weiß & Daniel Laufer
Die Ausstellung „Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“ nimmt das jüdische Fest Sukkot zum Ausgangspunkt für eine künstlerische Auseinandersetzung mit Fragilität, Schutz und Gemeinschaft in einer krisenhaften Gegenwart. Sukkot erinnert an die Zeit des Wanderns und Wohnens in provisorischen Hütten während des Auszugs aus Ägypten. Die Sukka verkörpert einen prekären Schutzraum, der keine Sicherheit garantiert, aber eine Form des Innehaltens, der Offenheit und des Zusammenseins ermöglicht.
Gerade heute, im Angesicht von Krieg, Flucht, ökologischen Krisen, politischer Unsicherheit, gesellschaftlicher Polarisierung und zunehmender sozialer Vereinzelung, gewinnt die Symbolik der Sukka neue Aktualität. Sie steht für temporäre Schutzräume, wie sie Geflüchtete, marginalisierte Gruppen oder Menschen in instabilen Lebensverhältnissen aufsuchen oder improvisieren müssen. Dabei stellt die Sukka nicht nur architektonisch, sondern auch sozial eine grundlegende Frage: Was bedeutet Schutz, wenn er nicht dauerhaft sein kann? Und was bedeutet Gemeinschaft unter fragilen Bedingungen?
Anlässlich der Ausstellung wird eine Sukka aufgebaut, die zugleich traditionell und kreativ gestaltet ist. Als fragile Struktur ist sie durchlässig für die Elemente, weit entfernt von der Beständigkeit eines stabilen Gebäudes. Gerade in dieser Temporalität wird ein zentraler Gedanke von Sukkot sichtbar: das Bewusstsein, dass menschliches Leben und all unsere Errungenschaften zerbrechlich sind und in einem größeren Kontext existieren. Diese Fragilität lädt uns ein, die Vergänglichkeit anzuerkennen, uns mit dem Moment zu verbinden und den Wert von Einfachheit und Verbundenheit neu zu entdecken.
Die Geste der Einladung, des Teilens und des provisorischen Zusammenkommens bildet das Zentrum der Ausstellung und verweist auf die Idee von Gemeinschaft als widerständiger Praxis: „Der Himmel als Decke“ begreift die Sukka als Raum der Begegnung, an dem Tradition und zeitgenössische künstlerische Positionen aufeinandertreffen, als Ort des Zuhörens, der Gemeinschaft und der Reflexion.
„Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“ ist Teil der bundesweiten Reihe Dagesh-Studio on the Road, die zeitgenössische jüdische Positionen in der Gegenwartskunst sichtbar macht, und wird in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Kulturmuseum Veitshöchheim realisiert.
Nach der Purim Edition im März in Dresden setzen wir die Reihe im September 2026 mit der #SukkotEdition in Veitshöchheim fort. Vom 25. September bis 2. Oktober 2026 werden wir das Jüdische Kulturmuseum Veitshöchheim sowie die Sukka im historischen Synagogenhof des Museums bespielen und einen Raum schaffen, in dem Tradition und zeitgenössische Kunst aufeinandertreffen. Die Ausstellungseröffnung findet am 26. September 2026 statt. Weitere Informationen zum Rahmenprogramm folgen in Kürze.
Die beteiligten Künstler*innen sind:
Michal Fuchs
Elianna Renner
Toni Mauersberg
Regina Potomkina
und weitere
Am 4. und 5. Juni 2026 kamen die Dagesh on Tour-Honorarkräfte zur zweiten Qualifizierung in diesem Jahr zusammen. Im Zentrum der zwei Tage standen die Auseinandersetzung mit pädagogischen Methoden zur Vermittlung jüdischer Kunst und künstlerischer Positionierung, die Vermittlung des Dagesh-Schutzkonzepts in der Workshop-Praxis sowie eine Reflexion der Zusammenarbeit zwischen den Honorarkräften während der Workshops.
Der erste Teil der Qualifizierung widmete sich der Frage: Wie können Konzepte ‚jüdischer Kunst‘ in der pädagogischen Arbeit vermittelt werden, und welche inhaltlichen Annäherungen an ein Konzept von ‚Jüdischer Kunst‘ können dabei formuliert werden? Angesichts der Vielschichtigkeit und Unschärfe einer Begriffsdefinition stand die gemeinsame Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Perspektiven, Erfahrungen und Positionierungen innerhalb des Feldes im Zentrum. Ausgehend von künstlerischen und pädagogischen Impulsen diskutierten die Teilnehmenden, welche Themen und Konzepte die Arbeit von Dagesh on Tour prägen und wie diese in Workshops vermittelt werden können. Der Workshop bot Raum für die Reflexion der eigenen Rolle, Haltung und Verantwortung als künstlerischer beziehungsweise pädagogischer Leitung und lieferte wichtige Impulse für die zukünftige inhaltliche Gestaltung der Bildungsangebote.
Ein weiterer Schwerpunkt der Qualifizierungstage war die praktische Arbeit mit dem Dagesh-Schutzkonzept. Kristina Omelchenko, Bildungsreferentin und Kulturvermittlerin, sowie Nina Fraeser, Bildungsreferentin und Mediatorin, leiteten den Workshop „How to Schutzkonzept: Sicherheitstraining und Einführung in das Schutzkonzept“. Nach der Vorstellung der aus dem Konzept entwickelten Leitfäden erarbeiteten die Teilnehmenden anhand eines Rollenspiels einen praxisnahen Fall: ein nicht eindeutig einzuordnender antisemitischer Vorfall, bei dessen Bearbeitung die Checklisten und Handlungsleitfäden angewendet wurden. Die Übung ermöglichte es, das Schutzkonzept aus unterschiedlichen Perspektiven zu erproben und seine praktische Anwendbarkeit zu reflektieren. Die Ergebnisse des Workshops fließen in die Weiterentwicklung des Schutzkonzepts ein.
Den Abschluss der Qualifizierung bildete eine Session mit Coach Deborah Kohn. Im ersten Teil stand die Zusammenarbeit der Honorarkräfte in Tandems im Mittelpunkt. Anhand von Praxisbeispielen wurden Fragen der Kommunikation, Rollenverteilung und Konfliktprävention besprochen. Im zweiten Teil wurden die Inhalte der vorangegangenen Workshops gemeinsam reflektiert und zentrale Erkenntnisse zusammengetragen. So konnten wichtige Impulse für die weitere inhaltliche und pädagogische Entwicklung der Dagesh on Tour-Formate festgehalten werden.
Die 2. Qualifizierungstage haben erneut verdeutlicht, wie wertvoll der gemeinsame Austausch zwischen den Honorarkräften ist. Unterschiedliche Perspektiven wurden sichtbar, Methoden und Prozesse zur Workshop-Durchführung erfolgreich vermittelt und konkrete Impulse für die Weiterentwicklung der Dagesh on Tour-Formate entwickelt. Wir danken allen Referent*innen und Honorarkräften für ihre engagierte Mitwirkung.






Rückblick: Dagesh beim Jüdischen Filmfestival Berlin-Brandenburg 2026
Film-Screening | Werkstattgespräch | Netzwerktreffen im Rahmen von JFBB Pro
Die Dagesh-Werkstatt beim Jüdischen Filmfestival Berlin-Brandenburg 2026 hat einmal mehr gezeigt: Jüdische Gegenwartskunst ist vielstimmig, vielsprachig und vielgestaltig. Diese Vielfalt braucht Räume, die sie sichtbar machen und stärken: nach außen in die Gesellschaft & nach innen als Ort der Begegnung, des Austauschs und der Solidarität.
Im Rahmen des Jüdischen Filmfestivals Berlin-Brandenburg 2026 (JFBB) war Dagesh erneut mit einem eigenen Programmformat bei JFBB Pro vertreten. Die Dagesh-Werkstatt fand am 6. Mai 2026 im Felleshus | Gemeinschaftshaus der Nordischen Botschaften in Berlin statt.
JFBB Pro richtet sich als Branchenplattform an Filmschaffende, Produzent*innen und Vertreter*innen der Filmindustrie aus Deutschland und dem internationalen Kontext. Es versteht sich als Ort des Austauschs über jüdische Themen im Film, aktuelle gesellschaftliche Debatten und neue künstlerische Perspektiven, in diesem Jahr unter dem Festivalschwerpunkt nordisch-jüdischer Perspektiven.
Die Dagesh-Werkstatt war als offener Gesprächs- und Präsentationsraum konzipiert, in dem sowohl fertige Filme als auch Projekte im Entstehungsprozess vorgestellt wurden. Im Mittelpunkt standen fünf Filmprojekte von Dagesh-Künstler*innen: Arbeiten von Irina Dzhus (ANTICON), Matan Tal (My Sister Shira), Marccela Moreno (Shemira), Ron Segal (ADAM) und Soso Dumbadze (Ein Zufall). Moderiert wurde das Werkstattgespräch von Dagesh-Kurator Daniel Laufer gemeinsam mit den Dagesh-Referentinnen Alisa Gadas, Paulina Schmid und Yana Lemberska.
Vielstimmigkeit als künstlerisches Prinzip
Die fünf präsentierten Arbeiten unterscheiden sich deutlich in Sprache, Ästhetik, Genre und thematischem Zugang. Essayfilm, Animation, dokumentarische Formen, Performance und konzeptuelle Arbeiten standen nebeneinander und eröffneten unterschiedliche Perspektiven auf Erinnerung, Identität, Migration, Körper, Sprache und Verlust. Gerade in dieser Multiperspektivität verwies das Format auf die Vielsprachigkeit und Vielstimmigkeit innerhalb des Dagesh-Netzwerks. Auch die Auseinandersetzung mit persönlichen Erfahrungen der Filmkünstler*innen in Deutschland und Europa nach dem 7. Oktober 2023 wurden in den Filmprojekten und während der Gespräche thematisiert. Dabei wurde immer wieder auf die Bedeutung von Dagesh als Netzwerk und Plattform für jüdische Künstler*innen verwiesen, die Austausch, Sichtbarkeit und Solidarität ermöglicht.
Begegnung und Austausch im Rahmen der Netzwerkarbeit
Im Anschluss trafen sich Künstler*innen und Netzwerkmitglieder zum Dagesh-Netzwerktreffen in den Räumlichkeiten der Nordischen Botschaften. Bei Kaffee und Zimtschnecken tauschten sie sich über aktuelle Projekte, zukünftige Vorhaben und jüdische Perspektiven im zeitgenössischen Film und anderen Kunstgenres aus. Das Treffen bot insbesondere jüngeren Filmschaffenden die Möglichkeit, mit etablierten Künstler*innen in Austausch zu treten und neue Verbindungen innerhalb des Netzwerks zu knüpfen.
Darüber hinaus ermöglichte der gemeinsame Besuch der offiziellen Festivaleröffnung im Potsdamer Hans-Otto-Theater Begegnungen und Gespräche zahlreicher Netzwerkmitglieder. Teilnehmende besuchten zudem weitere Veranstaltungen des JFBB-Pro-Programms, darunter Talents – Projects – Perspectives, das Einblicke in aktuelle Film- und Serienprojekte in Entwicklung und Produktion gibt und ebenfalls Arbeiten von Dagesh-Künstler*innen zeigte, unter anderem von Ido Gotlib, Shira Kela und Shoshana Simon.
Mit der Dagesh-Werkstatt und dem Netzwerktreffen setzte Dagesh seine Arbeit zur Schaffung von Sichtbarkeit, zum Austausch und zur künstlerischen Vernetzung zwischen jüdischen Künstler*innen der Gegenwartskunst erfolgreich fort. Das Format verwies erneut auf die Vielfalt künstlerischer Positionen und individueller Erzählweisen im Netzwerk und schuf einen Raum für gemeinsames Denken, Arbeiten und das Initiieren zukünftiger Zusammenarbeit.
Wir bedanken uns beim JFBB für die gute Kooperation, bei den Nordischen Botschaften für die herzliche Gastfreundschaft sowie bei allen Künstler*innen, Filmschaffenden und Interessierten für diesen wichtigen Austausch zwischen Disziplinen, Erfahrungen und Ideen.
Gerade angesichts dramatischer gesellschaftlicher Polarisierung ist die Sichtbarmachung und Stärkung jüdischer Stimmen und Positionen in der Gegenwartskunst ein wichtiges Anliegen. Dafür danken wir auch der Stiftung EVZ für die kontinuierliche Unterstützung unserer Netzwerkarbeit.
„Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“
Jüdisches Kulturmuseum Veitshöchheim
Eröffnung: 26. September 2026; Laufzeit: 25. September bis 2. Oktober 2026
Kuration: Johanna Weiß & Daniel Laufer
Zur Mitwirkung an der Ausstellung „Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“ möchten wir alle Dagesh-Künstler*innen herzlich einladen. Die Ausstellung ist Teil der bundesweiten Reihe Dagesh-Studio on the Road, die zeitgenössische jüdische Positionen in der Gegenwartskunst sichtbar macht. Nach der Purim Edition im März in Dresden setzen wir die Reihe im September 2026 mit der Dagesh-Studio on the Road #SukkotEdition 2026 in Veitshöchheim fort.
Vom 25. September bis 2. Oktober 2026 werden wir das Jüdische Kulturmuseum Veitshöchheim sowie die Sukka im historischen Synagogenhof des Museums bespielen und einen Raum schaffen, in dem Tradition und zeitgenössische Kunst aufeinandertreffen. Die Eröffnung der Ausstellung findet am 26. September 2026 statt.
Die Ausstellung „Der Himmel als Dach | The Sky as a Roof“ nimmt das jüdische Fest Sukkot zum Ausgangspunkt für eine künstlerische Auseinandersetzung mit Fragilität, Schutz und Gemeinschaft in einer krisenhaften Gegenwart. Sukkot erinnert an die Zeit des Wanderns und Wohnens in provisorischen Hütten während des Auszugs aus Ägypten. Die Sukka verkörpert einen prekären Schutzraum, der keine Sicherheit garantiert, aber eine Form des Innehaltens, der Offenheit und des Zusammenseins ermöglicht.
Gerade heute, im Angesicht von Krieg, Flucht, ökologischen Krisen, politischer Unsicherheit, gesellschaftlicher Polarisierung und zunehmender sozialer Vereinzelung, gewinnt die Symbolik der Sukka neue Aktualität. Sie steht für temporäre Schutzräume, wie sie Geflüchtete, marginalisierte Gruppen oder Menschen in instabilen Lebensverhältnissen aufsuchen oder improvisieren müssen. Dabei stellt die Sukka nicht nur architektonisch, sondern auch sozial eine grundlegende Frage: Was bedeutet Schutz, wenn er nicht dauerhaft sein kann? Und was bedeutet Gemeinschaft unter fragilen Bedingungen?
Anlässlich der Ausstellung wird eine Sukka aufgebaut, die zugleich traditionell und kreativ gestaltet ist. Als fragile Struktur ist sie durchlässig für die Elemente, weit entfernt von der Beständigkeit eines stabilen Gebäudes. Gerade in dieser Temporalität wird ein zentraler Gedanke von Sukkot sichtbar: das Bewusstsein, dass menschliches Leben und all unsere Errungenschaften zerbrechlich sind und in einem größeren Kontext existieren. Diese Fragilität lädt uns ein, die Vergänglichkeit anzuerkennen, uns mit dem Moment zu verbinden und den Wert von Einfachheit und Verbundenheit neu zu entdecken.
Die Geste der Einladung, des Teilens und des provisorischen Zusammenkommens bildet das Zentrum der Ausstellung und verweist auf die Idee von Gemeinschaft als widerständiger Praxis: „Der Himmel als Dach“ begreift die Sukka als Raum der Begegnung, an dem Tradition und zeitgenössische künstlerische Positionen aufeinandertreffen, als Ort des Zuhörens, der Gemeinschaft und der Reflexion.
Für die Gestaltung der Ausstellung und des Eröffnungsprogramms laden wir Dagesh-Künstler*innen ein, Vorschläge für Beiträge einzureichen. Eure künstlerischen Arbeiten sollen den Dialog zwischen Tradition und moderner künstlerischer Praxis widerspiegeln und sich mit Themen von Fragilität, Vergänglichkeit, temporärem Schutz in unsicheren Zeiten oder Formen von Sicherheit durch das Zusammenkommen in der Sukka und Gemeinschaft auseinandersetzen. Gerne können eure Arbeiten jüdische Perspektiven im ländlichen Raum thematisieren.
Eingereicht werden können fertige Arbeiten oder Projektskizzen in Form von Flachware, Kleinskulpturen oder Sound- und Videoarbeiten, Performance-Formate, Essays oder Gedichten.
Bitte einreichen:
Künstler*innen, deren Beiträge im Rahmen der Ausstellung gezeigt werden, erhalten ein Honorar in Höhe von 500 Euro. Reise- und Übernachtungskosten sowie die Ausgaben für den Transport der Beiträge werden vollständig erstattet. Produktionskosten können leider nicht erstattet werden.
Bewerbungsfrist: 30. Mai 2026
Einreichung per E-Mail an: bewerbung@dagesh.de mit Betreff „#Sukkot Edition 2026″.
Fragen zur Ausschreibung bitte an Alisa Gadas (info@dagesh.de) oder Daniel Laufer (laufer@dagesh.de) richten.
Wir freuen uns auf zahlreiche Beiträge und darauf, diesen besonderen Raum gemeinsam zu gestalten!
DialoguePerspectives e.V. sucht für das Programm Dagesh – Jüdische Kunst im Kontext zum 15. Juni 2026 in Berlin eine*n Projektreferent*in.
Projektreferent*in Dagesh on Tour in Elternzeitvertretung (w/m/d)
(75%, TVöD Bund E13, voraussichtlich befristet bis zum 15.8.2027)
DialoguePerspectives. Discussing Religions and Worldviews e.V. ist eine ist eine europäische Plattform zur Stärkung der pluralen europäischen Gesellschaft mit Sitz in Berlin. DialoguePerspectives e.V. entwickelt impact-orientierte zivilgesellschaftliche Programme für eine resiliente europäische Gesellschaft.
Dagesh – Jüdische Kunst im Kontext ermöglicht die Sichtbarkeit vielfältiger künstlerischer Ausdrucksformen von Jüdinnen und Juden. Als Plattform und Netzwerk erkundet Dagesh seit seiner Gründung ein gegenwärtiges, selbstbewusstes und zukunftsgewandtes jüdisches Selbstverständnis. Dagesh on Tour ist ein kulturelles Bildungsprogramm zur Vermittlung verschiedener Dimensionen jüdischen Lebens in Deutschland über das Medium der Kunst. Bundesweit werden kreative Workshops für Kinder und Jugendliche von 8-18 Jahren realisiert.
Aufgabengebiete:
Wir bieten:
Wir erwarten:
Wir begrüßen ausdrücklich Bewerbung von Menschen mit Migrationsgeschichte sowie von Menschen mit Behinderung.
Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen (Bitte eine Datei im pdf-Format; Einzeldateien und/oder andere Dateiformate werden nicht akzeptiert) senden Sie bitte bis zum 15.5.2026 per E-Mail an: jobs@dialogperspektiven.de .
Kontakt für Nachfragen
Veronika Große (Assistentin Executive Committee)
Am 6. Mai 2026 lädt Dagesh um 13 Uhr zu einem Werkstattgespräch mit Filmschaffenden aus unserem Netzwerk im Rahmen des Jüdischen Filmfestival Berlin-Brandenburg (JFBB) ein. Anlässlich des Branchentags JFBB Pro werden fertige Filme sowie Projekte im Prozess gezeigt und mit den Filmkünstler*innen diskutiert. Präsentiert werden u. a. Arbeiten von Irina Dzhus (ANTICON), Matan Tal (My Sister Shira), Marcella Moreno (Shemira), Ron Segal (ADAM) und Soso Dumbadze (Ein Zufall).Im Anschluss an die Veranstaltung findet das nächste Dagesh Netzwerktreffen statt, bei dem der kreative Austausch mit den Künstler*innen fortgesetzt werden kann.Weitere Informationen zum Festival, Programm und Anmeldung folgen hier.
Hinweis für Dagesh-Netzwerkmitglieder: Wir laden euch herzlich zum JFBB-Pro Tag, zum Netzwerktreffen und zur Festivaleröffnung am Abend des 5. Mai 2026 ein und haben für euch Freikarten reserviert. Das Kontingent ist begrenzt, daher verlosen wir die Plätze unter den Anmeldungen.Bitte meldet euch bis zum 19. April an: bewerbung@dagesh.de / Betreff JFBB 2026Reise- und Übernachtungskosten können wir im Nachgang gemäß Reisekostengesetz erstatten.
Rückblick: 1. Qualifizierungstage 2026 für Dagesh on Tour Honorarkräfte
23.–25. März 2026 | Berlin
Vom 23.–25. März fanden die ersten Qualifizierungstage für Dagesh on Tour Honorarkräfte in diesem Jahr statt. 19 pädagogische und künstlerische Workshopleitungen nahmen an dem umfangreichen Programm teil. Im Zentrum standen die Auseinandersetzung mit didaktischen Methoden und Ansätzen aus kunsttherapeutischer und traumasensibler Bildungsarbeit sowie eine Fortsetzung der Einführungsreihe in das Arbeiten mit dem Dagesh Schutzkonzept
Safe Studio mit Hofit Keshet & Nehama Grenimann Bauch
Zwei der drei Qualifizierungstage wurden von Hofit Keshet und Nehama Grenimann Bauch geleitet. Die Kunsttherapeut*innen gaben Einblicke in das Konzept Safe Studio, ein trauma-informierter, mehrsprachiger, kunsttherapeutischer Raum, der Kunst, psychosoziale Unterstützung und Community Work verbindet.
Das Konzept, welches Hofit Keshet und Nehama Grenimann Bauch unter anderem im israelischen Bildungskontext nach dem 7. Oktober erarbeitet haben, richtet sich an Familien und Kinder, jüdische Communities, aber auch Künstler*innen und Kulturschaffende. Im Kunst- und Kulturbetrieb erleben jüdische Menschen nicht erst seit dem 7. Oktober Anfeindungen und Antisemitismus – Dies führt zu Angst, Sprachlosigkeit, Rückzug und kreativem Blockieren. Safe Studio begegnet dem durch die Erschaffung eines sicheren, nicht-normativen Ortes, der Kreativität, Ausdruck, psychologische Sicherheit und Resilienz stärkt.
So hatten unsere Honorarkräfte in diesen zwei Tagen die Möglichkeit, Einblicke in kunsttherapeutische Arbeit zu erhalten und gemeinsam mit den Therapeut*innen zu erarbeiten, inwiefern sich Methoden in die kunstpädagogische Arbeit integrieren lassen – und wo sich diese Arbeit auch klar von therapeutischen Ansätzen abgrenzen muss.
Dagesh 2026 – Neue Entwicklungen
Der dritte Tag begann mit einem Einblick in die Arbeit von Dagesh jenseits der öffentlichen Formate. Die Referentinnen stellten aktuelle Entwicklungen von Dagesh on Tour vor, darunter die geplante Erweiterung der Bildungsangebote um regelmäßige Kurse, die stärkere Ansprache jüngerer Zielgruppen sowie die Vertiefung kunsttherapeutischer Fortbildungen. Zudem wurden neue Formate für das Künstler*innen-Netzwerk präsentiert, etwa das Format „Dagesh Studio on the Road” sowie geplante Netzwerktreffen, unter anderem im Mai im Rahmen des Jüdischen Filmfestivals Berlin Brandenburg.
Einführung in das Dagesh Schutzkonzept
Am dritten Tag setzte Marina Chernivsky (Ofek e.V.) die Einführung in das Schutzkonzept fort, das als verbindlicher Handlungsrahmen für die Bildungsarbeit bei Dagesh on Tour Prävention, Intervention und Nachsorge zusammenführt. Das Schutzkonzept bettet die projektbezogenen Maßnahmen in eine Unterstützungsstruktur ein und wird als lernendes Dokument fortlaufend aktualisiert und in die praktische Arbeit der Bildungsreferent*innen eingebunden.
Hinter uns liegen drei intensive und erkenntnisreiche Tage. Wir danken den Referentinnen, unseren Honorarkräften sowie dem Jugendzentrum Olam für die wunderbare Zusammenarbeit.
Im Deutschen Hygiene-Museum Dresden startete im März Dagesh – Studio on the Road: eine neue bundesweite Veranstaltungsreihe, die zeitgenössische jüdische Kunst in verschiedene Städte bringt und Raum für Begegnung, Diskurs und künstlerischen Austausch schafft.
Das Thema des Abends – Transformation und Enthüllung als künstlerische Praxis – war bewusst um das jüdische Fest Purim herum konzipiert: ein Fest der Selbstbehauptung, der Maskerade und der Befreiung. Den Auftakt bildete eine eindringliche Performance von Ido Gotlib und der Schauspielerin Deborah Schneidermann, die die biblische Figur der Königin Esther in die Gegenwart holte.









Im anschließenden Podiumsgespräch – moderiert von Dagesh-Kurator Daniel Laufer – diskutierten die Schriftstellerin Lana Lux, Fotograf Benyamin Reich und Bildende Künstlerin Anna Schapiro über Identität, Frauenrollen und künstlerisches Wirken zwischen Verbergen und Offenbaren in einer nicht-jüdischen Mehrheitsgesellschaft. Benyamin Reichs pointierter Satz fasste die Stimmung treffend zusammen: „Für Juden in Deutschland ist eigentlich immer Purim.“
Genau deshalb braucht es Formate wie Dagesh – Studio on the Road: als Plattform, auf der jüdische Künstler*innen sichtbar werden können, ohne sich verstellen zu müssen.



Die Veranstaltung war mehr als ein einzelner Abend. Bereits am Vortag fand ein Dagesh-on-Tour-Workshop in Kooperation mit dem Kulturbüro Dresden statt, der auf große Resonanz stieß. Parallel dazu reisten 20 Netzwerkmitglieder aus ganz Deutschland an für ein Treffen, das Raum für Austausch und gegenseitige Unterstützung bot.









Auf dem Programm standen ein Workshop zu Herausforderungen in der Musikszene, geleitet vom DJ-Duo Balagan Sisters, sowie ein Besuch beim Projekt „Die ewige Schrift – eine Tora für Dresden“ mit einem Gespräch mit Kuratorin und Dagesh-Mitglied Jahna Dahms.
Einen berührenden Abschluss bildete der musikalische Beitrag des israelischen Musikers Yehuda Kornfeld. Da er aufgrund des Krieges im Nahen Osten nicht aus Israel anreisen konnte, stellte er sein noch unveröffentlichtes Album zur Verfügung – und so hörten alle gemeinsam rein, getrennt durch Entfernung und doch verbunden. Trotz der Schwere des Moments – die Gedanken galten auch den Menschen vor Ort, Freund*innen und Familien – entstand ein Raum für Begegnung.
Die Resonanz auf den Dresdner Abend war groß – und bestätigte eindrücklich, wie wichtig Formate sind, die jüdische Kunst, Diskurs und Gemeinschaft zusammenbringen.
Wir danken allen Besucher*innen, unseren Podiumsgästen, Netzwerkmitgliedern, Kooperationspartner*innen und Förderern herzlich für die Tage in Dresden. Der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden, dem Hygiene Museum Dresden, Nevatim, der Polizei Dresden und Shual Security danken wir für die wunderbare Zusammenarbeit und die Bereitschaft.


Dagesh-Studio on the Road #Purim Edition
„Purim-Prisma zwischen Schein und Sein. Transformation und Enthüllung als künstlerische Praxis”
Podiumsgespräch | Live Performance | Purim Party
2. März 2026 | Dresden
Kuration: Daniel Laufer
Purim – das jüdische Fest der Selbstbehauptung und Befreiung – feiert die transformative Kraft von Maskerade und Enthüllung. Ausgehend von dieser Tradition untersucht der Abend das Wechselspiel zwischen Verbergen und Offenbaren, zwischen Selbstinszenierung und Selbstverleugnung. Purim wird hier zum Prisma, um das Wechselspiel von Maskerade, Spiegelung und widersprüchlichen Realitäten in der Gegenwart zu befragen.
Das Format verbindet Werkschau, Podiumsgespräch und Live-Performance mit einer anschließenden Purim-Party in der Synagoge. Dagesh-Künstler*innen präsentieren Arbeiten aus Literatur, Malerei, Fotografie, Film und Performance, die zentrale Motive von Purim aufgreifen: Wie werden Masken zu Schutz oder zur Selbstoffenbarung? Wann ermöglicht Verkleidung Befreiung, wann wird sie zur Verstellung?
Die künstlerischen Positionen verbinden dabei künstlerische Praxis, literarische Perspektiven, performative und filmische Bildpolitiken. Sie öffnen einen Reflexionsraum für grundlegende Fragen: Wann verstecken wir uns hinter Rollen, und wann setzen wir sie bewusst ein? Wie prägen gesellschaftliche Erwartungen unsere Identität? Wo liegt die Grenze zwischen Anpassung und Selbstaufgabe – und wann wird das Ablegen der Maske zur Notwendigkeit?
Purim wird so zum Ausgangspunkt einer universellen Auseinandersetzung mit Identität als dynamischem Prozess zwischen Fremdbild und Selbstbestimmung. Der Abend richtet sich an alle, die sich für zeitgenössische Kunst, Identitätsfragen und den Umgang mit gesellschaftlichen Rollen interessieren.
PROGRAMM
Öffentliche Veranstaltung
„Purim-Prisma zwischen Schein und Sein. Transformation und Enthüllung als künstlerische Praxis”
18:00 – 21:00 Uhr
Podiumsgespräch & Live Performance
mit Anna Schapiro, Lana Lux, Benyamin Reich, Yehuda Kornfeld, Deborah Schneidermann, Ido Gotlib
Purim-Party
21:00 – 24:00 Uhr
in Kooperation mit Nevatim und der Jüdischen Kultusgemeinde Dresden e.V.,
mit dem Berliner DJ-Duo BalaganSisters und DJ Cadillac Carl
„Purim-Prisma zwischen Schein und Sein. Transformation und Enthüllung als künstlerische Praxis” ist Teil der bundesweiten Reihe Dagesh-Studio on the Road, die zeitgenössische jüdische Positionen in der Gegenwartskunst sichtbar macht.
Anmeldung
Bitte melden Sie sich zur Teilnahme an der Veranstaltung an. Der Veranstaltungsort wird Ihnen nach erfolgreicher Registrierung per E-Mail mitgeteilt. Die Purim-Party findet im Anschluss nicht im Hygiene-Museum statt. Dafür bitten wir um eine gesonderte Anmeldung per Mail unter info@dagesh.de
Hinweis: Dagesh-Künstler*innen wenden sich für die Anmeldung an der gesamten Veranstaltung und für Informationen zu Reise- und Übernachtungskosten an das Dagesh-Team.

4. Qualifizierungstage für Dagesh on Tour Honorarkräfte
10. & 11. Dezember 2025 | Berlin
Am 10. und 11. Dezember 2025 fanden die vierten und zugleich letzten Qualifizierungstage für die Dagesh on Tour Honorarkräfte in diesem Jahr statt. Zwei intensive und bereichernde Tage boten ein vielfältiges Programm aus körperlicher Praxis, fachlichem Input, pädagogischem Austausch und künstlerischer Auseinandersetzung.
Krav Maga Workshop mit Felix Jokesch
Den Auftakt der Maßnahme bildete ein eintägiger Krav Maga Workshop mit Felix Jokesch. Der Workshop bot den Teilnehmenden Einblicke in Praktiken des Selbstschutzes und der Selbstbehauptung und stärkte zugleich die physische Präsenz und das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe.

Fachlicher Input & Praxisreflexion
Der zweite Tag fand in der Geschäftsstelle von Dagesh und DialoguePerspectives e.V. statt. Ein besonderer Höhepunkt war der Input der Psychologin und Psychotherapeutin Greta Golbereg zum Thema „Beziehungsgestaltung und Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen“.
Im Fokus standen unterschiedliche Entwicklungsphasen von Kindern und Jugendlichen und deren zentrale Motive mit Hinblick auf Implikationen für die pädagogische Arbeit:
Daran anschließend diskutierte die Gruppe, wie ein gutes Gleichgewicht zwischen Akzeptanz und Veränderung in pädagogischen Prozessen erreicht werden kann. Dabei arbeiteten die Teilnehmer*innen drei zentrale Haltungen für ihre Arbeit heraus: Empathie, bedingungslose Wertschätzung und Kongruenz.
Fallintervention nach der Balint-Methode
Im Anschluss erhielten die Honorarkräfte die Möglichkeit, konkrete Vorfälle aus ihrem Arbeitsalltag in Kleingruppen zu reflektieren. In Anlehnung an die Balint-Methode analysierten sie Herausforderungen und entwickelten gemeinsam Lösungsansätze entwickelt. Dabei zeigte sich ein deutlicher Bedarf, diese Form der Reflexion zukünftig fortzuführen – was wir in den Supervisionsterminen im kommenden Jahr aufgreifen werden.

Best Practice: Identität künstlerisch erfahrbar machen
Am Nachmittag gestalteten die Künstlerin Adi Liraz und die pädagogische Workshopleiterin Kristina Omelchenko eine inspirierende Einheit zum Thema Identität.
Eine einführende Wollknäuel-Übung sorgte für ein entstehendes „Netz“ – physisch wie auch im übertragenen Sinne – und bot den Teilnehmenden Raum, sich über ihre Zugehörigkeiten und Selbstbilder auszutauschen.
Anschließend präsentierte Adi Liraz ihre eigenen textilen Kunstwerke, die sich mit ihrer Familiengeschichte befassen. Darauf aufbauend gestalteten die Teilnehmenden eigene Selbstporträts auf Textil – mithilfe von Textilfarben, Sticktechniken, Collagen und weiteren künstlerischen Mitteln. In kurzer Zeit entstand eine beeindruckende Galerie kraftvoller und individueller Arbeiten. Diese Werke werden nun im Nachgang zu einer gemeinsamen Dagesh-Fahne zusammengeführt.

„How to Dagesh?“ – Rückblick 2025 & Ausblick 2026
Zum Abschluss präsentierten die Dagesh-Bildungsreferentinnen eine speziell für neue Honorarkräfte entwickelte „How to Dagesh?“– Einheit, die grundlegende Informationen zu Arbeitsweisen, Formaten und Abläufen innerhalb des Programms bot. Ein Rückblick auf das erfolgreiche und ereignisreiche Jahr 2025 sowie ein Ausblick auf geplante Aktivitäten des Programms für 2026 rundeten die Qualifizierungstage ab.
Wir freuen uns sehr, dieses intensive und erfolgreiche Jahr mit den Qualifizierungstagen abschließen zu können. Unser herzlicher Dank gilt allen Referent*innen, Künstler*innen sowie den pädagogischen und künstlerischen Workshopleitungen, die mit ihrer Expertise, Kreativität und Offenheit diese Tage gestaltet und bereichert haben.
Mit neuer Inspiration und gestärktem Teamgeist starten wir in das kommende Jahr – voller Vorfreude auf weitere spannende Projekte mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Dagesh on Tour.
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