4. Qualifizierungstage für Dagesh on Tour Honorarkräfte
10. & 11. Dezember 2025 | Berlin
Am 10. und 11. Dezember 2025 fanden die vierten und zugleich letzten Qualifizierungstage für die Dagesh on Tour Honorarkräfte in diesem Jahr statt. Zwei intensive und bereichernde Tage boten ein vielfältiges Programm aus körperlicher Praxis, fachlichem Input, pädagogischem Austausch und künstlerischer Auseinandersetzung.
Krav Maga Workshop mit Felix Jokesch
Den Auftakt der Maßnahme bildete ein eintägiger Krav Maga Workshop mit Felix Jokesch. Der Workshop bot den Teilnehmenden Einblicke in Praktiken des Selbstschutzes und der Selbstbehauptung und stärkte zugleich die physische Präsenz und das Gemeinschaftsgefühl der Gruppe.

Fachlicher Input & Praxisreflexion
Der zweite Tag fand in der Geschäftsstelle von Dagesh und DialoguePerspectives e.V. statt. Ein besonderer Höhepunkt war der Input der Psychologin und Psychotherapeutin Greta Golbereg zum Thema „Beziehungsgestaltung und Gesprächsführung mit Kindern und Jugendlichen“.
Im Fokus standen unterschiedliche Entwicklungsphasen von Kindern und Jugendlichen und deren zentrale Motive mit Hinblick auf Implikationen für die pädagogische Arbeit:
Daran anschließend diskutierte die Gruppe, wie ein gutes Gleichgewicht zwischen Akzeptanz und Veränderung in pädagogischen Prozessen erreicht werden kann. Dabei arbeiteten die Teilnehmer*innen drei zentrale Haltungen für ihre Arbeit heraus: Empathie, bedingungslose Wertschätzung und Kongruenz.
Fallintervention nach der Balint-Methode
Im Anschluss erhielten die Honorarkräfte die Möglichkeit, konkrete Vorfälle aus ihrem Arbeitsalltag in Kleingruppen zu reflektieren. In Anlehnung an die Balint-Methode analysierten sie Herausforderungen und entwickelten gemeinsam Lösungsansätze entwickelt. Dabei zeigte sich ein deutlicher Bedarf, diese Form der Reflexion zukünftig fortzuführen – was wir in den Supervisionsterminen im kommenden Jahr aufgreifen werden.

Best Practice: Identität künstlerisch erfahrbar machen
Am Nachmittag gestalteten die Künstlerin Adi Liraz und die pädagogische Workshopleiterin Kristina Omelchenko eine inspirierende Einheit zum Thema Identität.
Eine einführende Wollknäuel-Übung sorgte für ein entstehendes „Netz“ – physisch wie auch im übertragenen Sinne – und bot den Teilnehmenden Raum, sich über ihre Zugehörigkeiten und Selbstbilder auszutauschen.
Anschließend präsentierte Adi Liraz ihre eigenen textilen Kunstwerke, die sich mit ihrer Familiengeschichte befassen. Darauf aufbauend gestalteten die Teilnehmenden eigene Selbstporträts auf Textil – mithilfe von Textilfarben, Sticktechniken, Collagen und weiteren künstlerischen Mitteln. In kurzer Zeit entstand eine beeindruckende Galerie kraftvoller und individueller Arbeiten. Diese Werke werden nun im Nachgang zu einer gemeinsamen Dagesh-Fahne zusammengeführt.

„How to Dagesh?“ – Rückblick 2025 & Ausblick 2026
Zum Abschluss präsentierten die Dagesh-Bildungsreferentinnen eine speziell für neue Honorarkräfte entwickelte „How to Dagesh?“– Einheit, die grundlegende Informationen zu Arbeitsweisen, Formaten und Abläufen innerhalb des Programms bot. Ein Rückblick auf das erfolgreiche und ereignisreiche Jahr 2025 sowie ein Ausblick auf geplante Aktivitäten des Programms für 2026 rundeten die Qualifizierungstage ab.
Wir freuen uns sehr, dieses intensive und erfolgreiche Jahr mit den Qualifizierungstagen abschließen zu können. Unser herzlicher Dank gilt allen Referent*innen, Künstler*innen sowie den pädagogischen und künstlerischen Workshopleitungen, die mit ihrer Expertise, Kreativität und Offenheit diese Tage gestaltet und bereichert haben.
Mit neuer Inspiration und gestärktem Teamgeist starten wir in das kommende Jahr – voller Vorfreude auf weitere spannende Projekte mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Dagesh on Tour.
Im Westfalen-Blatt vom 21.Juni und in der Neuen Westfälischen vom 24.Juni 2025 wurde gleich zweimal von unseren DoT-Workshops in Bad Oeynhausen berichtet: „Wir freuen uns, dass wir dieses tolle Projekt nach Bad Oeynhausen holen konnten“, betonen Claudia Jenkes aus dem städtischen Kulturbereich und auch Geschichtslehrer Kai-Uwe Klatz von der Europaschule. Zwei Workshops standen für die Jugendlichen zur Wahl: Im Workshop „Magazin der Ideen“, der in den Räumlichkeiten des Mehrgenerationenhauses stattfand, gestalteten die Jugendlichen unter der Leitung der Installationskünstlerin Sonia Knop ihr eigenes Journal. Im Jugendcafé Sonderfahrt ging es im Workshop „Let´s talk music“ mit der Musikerin Yael Gat um jüdische Musik und ihre Sprachen. Unterstützt wurden die beiden Künstlerinnen von je einer Kunstpädagogin.“

Vom 23. bis 26. Oktober 2025 fand in Hamburg die sechste Ausgabe von fluctoplasma – Festival für Kunst, Diskurs und Diversität statt. Dagesh war als Kooperationspartner beteiligt und konnte das inhaltliche Kernstück des Festivals, die Konferenz „tilting structures“, maßgeblich mitgestalten. Dabei wurden vielfältige Positionen jüdischer Künstlerinnen zu der zentralen Frage sichtbar, wie Diversität strukturell in der Kunst- und Kulturarbeit verankert werden kann. Anlässlich des Festivals kamen zudem Dagesh-Künstler*innen zu einem Netzwerktreffen zusammen.


Zur Eröffnung der Konferenz am 24. Oktober sprachen Dagesh-Referentin Yana Lemberska zu sowie Leyla Erkus (Licht ins Dunkel e. V/ Kein Schlussstrich!). In Panels und Diskussionen wurden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft multiperspektivischer Kulturarbeit beleuchtet und mit Ansätzen für eine strukturelle Verankerung von Diversität jenseits reiner Repräsentationslogik verknüpft. Zu den Mitwirkenden der Konferenz gehörten unter anderem Julia Wissert (Intendantin Schauspiel Dortmund), Jörg Albrecht (Autor und Leiter des Center for Literature) und Vertreter*innen des neu gegründeten Museum Selma (DOMiD e.V.).
FOLKADU Konzert „Von Charme bis Chutzpah“
Ein besonderer Höhepunkt war das Konzert „Von Charme bis Chutzpah“ der Band FOLKADU um die Dagesh-Künstlerin Yael Gat am 25. Oktober im TONALi. In ungewöhnlicher Besetzung – mit Gesang, Oud, Akkordeon, Trompete und Schofar – führte das Ensemble durch die Klangwelten globaler jüdischer Folkmusik. Hebräische, jiddische und ladinosprachige Lieder, Gedichte und traditionelle Melodien verschmolzen zu einem zeitgenössischen Repertoire, das jüdische Vielfalt hör- und spürbar machte.

Ausstellung „traces beyond the west“
Die Gruppenausstellung „traces beyond the west“ vereinte Arbeiten aus Fotografie, Zeichnung, Installation, Video und Textil, die sich mit Nachwirkungen und gegenwärtigen Manifestationen von Gewalt, Kolonialismus und Katastrophen auseinandersetzen. Dagesh-Künstlerin Hadas Tapouchi war mit ihrer Arbeit „Poznan – Force“ vertreten, einer fotografischen Serie, in der sie topografische Spuren ehemaliger Zwangsarbeitslager in Polen dokumentiert und zeigt, wie Geschichte in alltägliche Räume eingeschrieben bleibt – oft unsichtbar, aber allgegenwärtig.

Dagesh-Netzwerktreffen im Rahmen des fluctoplasma Festivals
Am 25. Oktober kamen im Rahmen von fluctoplasma Mitglieder des Dagesh-Netzwerks zu einem Netzwerktreffen zusammen. Das Treffen bot Raum für Austausch, Vernetzung und persönliche Begegnung zwischen Künstlerinnen und Kulturschaffenden aus dem Netzwerk. Gemeinsam besuchten die Teilnehmenden das Konzert „Von Charme bis Chutzpah“ sowie die Ausstellung „traces beyond the west“. Nach einer gemeinsamen Führung entwickelte sich ein intensiver Austausch über die präsentierten Werke. In den Gesprächen mit den anwesenden Künstlerinnen standen insbesondere Fragen nach Erinnerung, Verantwortung und dem Sichtbarmachen des Verdrängten im Mittelpunkt. Die künstlerischen Positionen eröffneten neue Perspektiven auf das Verhältnis von Geschichte und Gegenwart und regten dazu an, über die Rolle von Kunst als Raum des Erinnerns und als Impulsgeberin für gesellschaftliche Veränderung nachzudenken.
Die Zusammenarbeit mit dem fluctoplasma Festival schuf einen wichtigen Raum, in dem Kunst und Verantwortung, Erinnerung und Zukunft miteinander in Dialog treten konnten und in dem zeitgenössische jüdische Stimmen und Positionen jüdischer Gegenwartskunst in ihrer Vielfalt sichtbar wurden. Das Festivalprogramm verwies eindrücklich auf das Potential künstlerischer Praxis für die Gestaltung einer solidarischen Gesellschaft und unterstrich die besondere Rolle von Dagesh als Plattform für jüdische Gegenwartskunst im gesellschaftlichen Diskurs. Unser besonderer Dank gilt den Kurator*innen Nina Reiprich und Dan Thy Nguyen sowie dem gesamten fluctoplasma-Team für die wunderbare Zusammenarbeit. Wir freuen uns auf die Fortsetzung im kommenden Jahr.

Die Räume für künstlerisches Arbeiten, Austausch und Rezeption jüdischer Künstler*innen in Deutschland haben sich in den letzten Jahren stark verändert. In Zeiten, in denen jüdische Stimmen sich vermehrt zurückziehen müssen, baut Dagesh als einmaliger Aushandlungsort und Netzwerk jüdischer Künstler*innen in Deutschland auf Sichtbarkeit und Begegnung. Wie dies fernab urbaner Zentren gelingen kann, hat die Ausstellung “Zwischen Schutz und Fragilität” mit der Sukkot Edition als Auftakt der bundesweiten Reihe Dagesh-studio on the Road in Chemnitz auf beeindruckende Weise gezeigt.
“Zwischen Schutz und Fragilität” verhandelt zentrale Motive von Sukkot und verknüpft sie mit aktuellen Diskursen. In einer Zeit globaler Krisen, gekennzeichnet durch Krieg, Flucht, Vertreibung und Klimakatastrophe, erhalten die jahrtausendealte Symbolik und die Tradition von Sukkot eine neue aktuelle Dringlichkeit. Sie verweisen auf gesellschaftliche Realitäten wie erzwungene Migration, das Leben marginalisierter Gruppen in urbanen Räumen oder den fragilen Rückzugsort des Privaten inmitten gesellschaftspolitischer Spannungen.
Die Ausstellung „Zwischen Schutz und Fragilität“ hat diese zentralen Themen und Motive von Sukkot aufgegriffen und aktuelle Arbeiten von unterschiedlichen Dagesh-Künstler*innen gezeigt. In ihren Werken setzen sich Abie Franklin, Alona Rodeh, Maja Gratzfeld, Ronny Aviram und Roy Mordechay aus einer zeitgenössischen, mehrdimensionalen Perspektive mit Themen wie Migration, Grenzziehung, Materialität, Erinnerung und dem prekären Gleichgewicht von Sicherheit und Freiheit auseinander. Sie stellen dabei die Frage, was es heute bedeutet, Schutz zu suchen – physisch, psychisch, spirituell.

Während einer intensiven Woche in der Sukka im Stadthallenpark und in den Räumen des Chemnitz Open Space wurden in einem vielfältigen Rahmenprogramm aus Kuratorenführungen durch die Ausstellung, Konzerten, Lesungen und Gesprächsformaten und einem vielfältigen Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche im Rahmen Dagesh On Tour-Workshops die vielfältigen Perspektiven und Positionen jüdischer Gegenwartskunst und zeitgenössische jüdische Positionen für die breite Öffentlichkeit zugänglich und erlebbar gemacht. Neben dem öffentlichen Programm und den Bildungsangeboten wurden auch Vernetzungsanlässe für Dagesh-Künstler*innen realisiert, u.a ein Dagesh-Netzwerktreffen und eine Supervision für Künstler*innen und Bildungsreferent*innen des Bildungsprogramms Dagesh on Tour.
Zur Ausstellungseröffnung am 5. Oktober gaben eine Kuratorenführung und ein Künstler*innengespräch mit Kurator Daniel Laufer und den ausstellenden Künstler*innen Einblicke in die zentralen Themen, Motive und künstlerischen Perspektiven. Die Musikalische Rahmung des Eröffnungsabends gestalteten die Balagan Sisters mit einem DJ-Set.

Parallel zum künstlerischen Programm wurden in Kooperation mit dem Chemnitzer Bildungsträger Arthur e.V. und den Tagen der Jüdischen Kultur Dagesh on Tour-Workshops zu Textil, Musik/DJing und Upcycling angeboten. Die Workshops stießen auf große Resonanz bei den Kindern und Jugendlichen; insbesondere der DJ-Workshop war so beliebt, dass sich viele eine Verlängerung wünschten. Darüber hinaus förderten die Formate den fachlichen Austausch zwischen Dagesh-Künstler*innen, Bildungsreferent*innen und lokalen Pädagog*innen. Die Zusammenarbeit stärkte die Präsenz von Dagesh in Chemnitz und weckte den Wunsch nach weiteren gemeinsamen Projekten – wie eine Teilnehmerin zusammenfasste: „Ich fühle mich hier so wohl und komme gerne wieder.“
Ein Konzert und Artist Talk mit dem Violinisten und Produzenten Alex Stolze mit Stücken aus seinem 2024 erschienenen Album Raash ve Ruach („Lärm und Wind“) öffneten am Abend des 7. Oktober einen Raum zum Gedenken, Reflektieren und Innehalten anlässlich des zweiten Jahrestags des Terrorangriffs der Hamas auf Israel.
Zum Abschluss der Dagesh-Studio on the Road #Sukkot Edition am 10. Oktober waren die Kinderbuchautorin Eva Lezzi mit einer Lesung aus ihrem Roman “Die geheime Hütte im Wald” und die Künstlerin Mascha Rykhman alias Masha The Rich Man mit ihren Liedern und persönlichen Erzählungen zu Gast im Open Space.
Die Ausstellung und das vielfältige Rahmenprogramm stießen auf großes Interesse beim Chemnitzer Publikum. In den zahlreichen Begegnungen und Gesprächen zeigte sich auf eindrückliche Weise die Bedeutung dieses Formats und der einzigartigen Räume des Austauschs, das Dagesh als Plattform für jüdische Künstler*innen mit der Reihe Dagesh-Studio on the Road schafft – für eine neue Sichtbarkeit jüdischer Gegenwartskunst in der Gesellschaft.
Die Ausstellung wurde in Kooperation mit den Tagen der Jüdischen Kultur Chemnitz e.V. umgesetzt. Unser besonderer Dank für die wunderbare Zusammenarbeit gilt insbesondere Chris Münster (Tage der jüdischen Kultur e.V.), Tina Weber und dem Team des Open Space Chemnitz sowie allen Künstler*innen und Beteiligten vor Ort.
Fotos: Natalia Reich, Béla Bender
Qualifizierungstage für Dagesh Künstler*innen und Bildungsreferent*innen zu den Themen Kinderschutz, Vermittlung jüdischer Gegenwartsmusik und Handeln gegen Antisemitismus
Die kontinuierliche und fachspezifische Weiterbildung von Künstler*innen und Bildungsreferent*innen im Rahmen von Dagesh on Tour ist entscheidend, um sie für die komplexen Anforderungen der kulturellen und antisemitismuskritischen Bildungsarbeit zu stärken. Gleichzeitig schaffen spezialisierte Schulungen Handlungssicherheit im Umgang mit herausfordernden pädagogischen Situationen und sensibilisieren für rechtliche sowie gesellschaftliche Dimensionen der außerschulischen Bildungsarbeit. Mit einem vielfältigen und inspirierenden Programm setzten die dritten Dagesh-Qualifizierungstage 2025 in Berlin wichtige Akzente für die Weiterentwicklung der Dagesh on Tour Bildungsarbeit.
Zum Auftakt der Qualifizierung traten unsere Künstler*innen und Bildungsreferent*innen selbst in die Rolle von Workshop-Teilnehmer*innen. Im Mittelpunkt der Übung stand die Frage, wie jüdische Gegenwartsmusik zeitgemäß und kreativ vermittelt werden kann. Die DJs Zerah Tanfous und Esra Wüstefeld präsentierten medien- und musikpädagogische Methoden, mit denen Kinder und Jugendliche lernen, selbst Musik zu mischen – und dabei nicht nur ihre kreativen und technischen Fähigkeiten erweitern, sondern auch Einblicke in jüdische Kultur und ihr vielschichtiges musikalisches Erbe gewinnen.
Am zweiten Tag gab Sozialpädagogin und Jugendtherapeutin Cordula Klaffs einen Einblick in die Grundlagen der Kinderrechte und des Kinderschutzes. Nach einem historischen Rückblick auf die Entwicklung der Kinderrechte in Deutschland führte sie in die Grundlagen des Kinderschutzes ein. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden gemeinsam über herausfordernde Situationen im Dagesh on Tour Workshopalltag, pädagogische „Do’s and Don’ts“ und erhielten Literaturempfehlungen zur vertieften Auseinandersetzung mit dem Thema.
Am Nachmittag gestaltete die Illustratorin Anne Lehmann den praktischen Teil des Tages. In einem interaktiven Workshop zeigte sie, wie durch gelungene Flipchart-Gestaltung und Visualisierung von Arbeitsergebnissen der Lerneffekt bei Kindern und Jugendlichen nachhaltig gesteigert werden kann. Die Teilnehmenden äußerten sich begeistert über die Möglichkeit, die neu gewonnenen Methoden direkt in den kommenden Dagesh on Tour Workshops – u.a. in Seesen, Chemnitz und Hamburg – anwenden zu können.
Am dritten und letzten Weiterbildungstag hielt Alexandra Wichmann, Juristin bei Ofek e.V. einen Fachvortrag zum Thema antisemitische Straftaten, Äußerungen und Handlungen im Kontext der außerschulischen Bildungsarbeit von Dagesh on Tour. Sie gab einen fundierten Überblick über strafrechtliche Grundlagen und diskutierte gemeinsam mit den Teilnehmenden mögliche pädagogische Implikationen. Die Teilnehmer*innen ergänzten konkrete Beispiele aus ihrer Workshop -Praxis bei Dagesh on Tour und verwiesen damit auf die anhaltende Dringlichkeit und Relevanz der Auseinandersetzung mit der Thematik. Die anschließende Reflexionsrunde zu den gemeinsamen Tagen wurde von der politischen Bildnerin Ruth Fischer moderiert.
Neben dem fachlichen Austausch boten die letzten Qualifizierungstages des Jahres auch die Möglichkeit einer ersten Zwischenbilanz eines äußerst erfolgreichen Workshopjahres: Über 80 Workshopangebote in sieben Bundesländern haben wir bereits mit großem Engagement umgesetzt – und damit bis zu 1000 Kindern und Jugendlichen kreative Zugänge zur zeitgenössischen jüdischen Kunst eröffnet.
Wir danken allen Teilnehmenden für die intensiven Arbeitstage und die inspirierenden Diskussionen sowie unseren Expert*innen für das Teilen ihrer Erfahrungen und Expertisen, mit denen sie das Bildungsprogramm von Dagesh on Tour nicht nur mitgestalten, sondern auch weiterentwickeln.
Dagesh-Studio on the Road – #Sukkot Edition
„Zwischen Schutz und Fragilität“
Ausstellungseröffnung und Künstler*innen-Netzwerktreffen
5. Oktober 2025 | 18 Uhr | 📍Sukka im Stadthallenpark gegenüber von Chemnitz Open Space (Brückenstraße 10, 09111 Chemnitz)
Mit Werken von: Abie Franklin, Alona Rodeh, Maja Gratzfeld, Ronny Aviram, Roy Mordechay
Kuration: Daniel Laufer
Wir laden herzlich zur Ausstellungseröffnung „Zwischen Schutz und Fragilität“ und zum Dagesh-Netzwerktreffen am 5. Oktober 2025 in Chemnitz ein.
Die Ausstellung „Zwischen Schutz und Fragilität“ mit Werken von Abie Franklin, Alona Rodeh, Maja Gratzfeld, Ronny Aviram und Roy Mordechay wird von Daniel Laufer kuratiert und ist Teil der Reihe Dagesh-Studio on the Road. Die Ausstellung wird durch Dagesh in Kooperation mit den Tagen der Jüdischen Kultur Chemnitz e.V. umgesetzt.
Programm:
5. Oktober 2025, 18:00 Uhr
Anreise und Teilnahme für Dagesh-Mitglieder:
Für Dagesh-Netzwerkmitglieder können Reisekosten (Bahnfahrten mit 2. Klasse und eine Nacht in Chemnitz) nach Richtlinien des Bundesreisekostengesetzes erstattet werden. Die Buchung erfolgt selbständig im Voraus. Fragen bitte an info@dagesh.de mit „Chemnitz 5. Oktober“ im Betreff.
Wir bitten um verbindliche Anmeldung unter diesem Link.
Wir freuen uns sehr auf die Teilnahme und auf ein inspirierendes Netzwerktreffen in Chemnitz!
Zur Ausstellung „Zwischen Schutz und Fragilität“

Sukkot, das jüdische Laubhüttenfest, erinnert an die Zerbrechlichkeit menschlicher Existenz und die Suche nach Schutz in einer unsicheren Welt. Die Sukka als provisorischer, offener und durchlässiger Bau steht symbolisch für einen paradoxen Zustand: für einen Schutz, der nie absolut ist, sondern immer temporär und prekär bleibt. Gerade in dieser temporären Natur wird ein zentraler Gedanke von Sukkot sichtbar: das Bewusstsein, dass menschliches Leben und all unsere Errungenschaften fragil sind und in einem größeren Kontext existieren.
In einer Zeit globaler Krisen, gekennzeichnet durch Krieg, Flucht, Vertreibung, und Klimakatastrophe, erhalten die jahrtausendealte Symbolik und die Tradition von Sukkot eine neue aktuelle Dringlichkeit. Sie verweisen auf gesellschaftliche Realitäten wie erzwungene Migration, das Leben marginalisierter Gruppen in urbanen Räumen oder den fragilen Rückzugsort des Privaten inmitten gesellschaftspolitischer Spannungen.
Die Ausstellung „Zwischen Schutz und Fragilität“ greift diese zentralen Themen und Motive von Sukkot auf und präsentiert aktuelle Arbeiten von unterschiedlichen Dagesh-Künstler*innen. In ihren Werken setzen sich die Künstler*innen aus einer zeitgenössischen, mehrdimensionalen Perspektive mit Themen wie Migration, Grenzziehung, Materialität, Erinnerung und dem prekären Gleichgewicht von Sicherheit und Freiheit auseinander. Sie stellen dabei die Frage, was es heute bedeutet, Schutz zu suchen – physisch, psychisch, spirituell.
Die Ausstellung ist Teil der Reihe Dagesh-Studio on the Road und wird durch Dagesh in Kooperation mit den Tagen der Jüdischen Kultur Chemnitz e.V. umgesetzt.
Begleitprogramm zur Ausstellung
6. und 9. Oktober, jeweils 17:00 Uhr
Geführter Rundgang mit Dagesh-Kurator Daniel Laufer durch die Ausstellung, 📍Treffpunkt: Eingang der Sukka im Park gegenüber der Galerie
7. Oktober, 16:30 Uhr
Konzert und Künstlergespräch mit Alex Stolze zu seinem neuen Album Noise and Wind, Raash ve Rauch, 📍 Sukkat Chaverim, Stadthallenpark
10.Oktober, 16 Uhr
Lesung von Eva Lezzi aus ihrem neuen Kinderroman „Die geheime Hütte im Wald“ und anschließend Musik von Masha The Rich Man. 📍Sukkat Chaverim, Stadthallenpark
Das gesamte Programm der Tage der jüdischen Kultur in Chemnitz (5. bis 12. Oktober 2025) findet sich hier.
Beitragsbild: © Ronny Aviram, Sabres-Zaun
Am 18. Juli 2025 fand das diesjährige Dagesh-Festival statt. In Kooperation mit Nevatim und unterstützt durch die Stiftung EVZ schuf das Festival im TAK-Village im Aufbauhaus Berlin einen einzigartigen Raum für künstlerischen Austausch, gemeinsames Arbeiten und neue Impulse. Eingeladen waren Künstler*innen aus dem erweiterten Dagesh-Netzwerk sowie Interessierte.
Workshops
Das Festival startete mit künstlerischen und diskursiven Workshopangeboten, darunter ein Theaterworkshop unter Leitung der Theaterpädagogin Esther Tchlakichvili, ein Schreibworkshop mit Choreograf und Performancekünstler Renen Itzhaki sowie ein Austauschformat zum Thema Antisemitismus um Kunst- und Kulturbereich unter der Leitung von politischer Bildnerin Ruth Fischer. Hier machten die Teilnehmenden deutlich, dass Erfahrungen von massiver Ausgrenzung, Anfeindung und Bedrohung in unterschiedlichen Kunstsparten wie Theater, Film und Musik keine Einzelfälle, sondern strukturelle Herausforderungen darstellen. Zugleich wurde der große Bedarf nach Räumen für Vernetzung und solidarischen Austausch und gegenseitige Stärkung spürbar. Die Möglichkeit, gemeinsam zu reflektieren und professionell einzuordnen, wurde von den Beteiligten als essenziell für die Entwicklung von möglichen Handlungsstrategien im Umgang mit Antisemitismus im Kunst- und Kulturbetrieb beschrieben. Das Format stärkte damit nicht nur individuelle Perspektiven, sondern auch die gemeinsame Positionierung jüdischer Künstler*innen im deutschsprachigen Kunst- und Kulturbereich.
Shabbat-Dinner & Künstlerisches Programm
Zum Abend fanden sich die Festival-Teilnehmer*innen zu einem gemeinsamen Shabbat-Abendessen zusammen. In entspannter Atmosphäre gab es Raum für Austausch über aktuelle künstlerische Projekte, Vernetzung untereinander und persönliche Gespräche.
Im Anschluss standen verschiedene künstlerische Beiträge aus dem Dagesh-Netzwerk auf dem Programm: ein Konzert der Musiker*innen Yael Gat und Alex Stolze, ein Community-Painting mit der Künstlerin Ariella Menaker sowie DJs-Sets von Daniel Laufer und den Balagan Sisters.
Das vielfältige Festival-Programm förderte den Austausch zwischen Künstler*innen mit unterschiedlichen biografischen Hintergründen und aus verschiedenen künstlerischen Disziplinen. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen und die große Beteiligung der Künstler*innen unterstrichen einmal mehr, wie wichtig geschützte Räume, künstlerische Aktivitäten und der Austausch untereinander für jüdische Künstler*innen in Deutschland sind. Mit Formaten wie dem Dagesh-Festival schafft Dagesh als Netzwerk jüdischer Künstler*innen damit eine zentrale Grundlage für Sichtbarkeit, Vernetzung und gegenseitige Stärkung.
Unser Dank gilt allen Kooperationspartner*innen, Workshopleitenden und Unterstützer*innen für ihr Engagement im Rahmen des Festivals.
Ebenso danken wir den teilnehmenden Dagesh-Künstler*innen und neuen Interessierten für ihre Offenheit und Kreativität. Wir freuen uns auf die nächsten gemeinsamen Aktivitäten!
Design: Liad Shadmi
Fotografie: Elena Krasnokutskaya
Rückblick: 2. Qualifizierungstage für Dagesh Künstler*innen und Bildungsreferent*innen: Vermittlung jüdischer Kunst der Gegenwart und Handlungsmöglichkeiten gegen Hate Speech & Antisemitismus
Die pädagogische Arbeit an der Schnittstelle von Kunstvermittlung und politischer Bildung erfordert stets auch die Förderung von Handlungskompetenzen im Umgang mit Antisemitismus, Rassismus und digitalen Herausforderungen. Im Rahmen der zweiten Qualifizierungstage 2025 für Künstler*innen und Bildungsreferent*innen von Dagesh On Tour Ende Juni in Berlin wurden diese Schwerpunkte während drei vielfältigen und intensiven Tagen vermittelt. Das Programm verband dabei theoretische Impulse, praxisorientierte Methoden und konkrete Fallanalysen. Zudem bot es Gelegenheit für eine interne Evaluation der Dagesh on Tour Bildungsarbeit.
Den ersten Tag in der Alten Feuerwache leitete ein Workshop von Theresa Lehmann (Amadeu Antonio Stiftung) zu digitalen Lebenswelten von Jugendlichen ein. Diskutiert wurden das Informationsverhalten junger Menschen, Risiken wie Hate Speech, Doxing, Deepfakes oder Verschwörungserzählungen sowie die Rolle von Social Media bei rechter Mobilisierung. Besonders im Fokus stand der Umgang mit Hate Speech: Solidarische Unterstützung, Gegenrede, Meldewege und Aufklärung über Codes und Dogwhistles. Chancen für Prävention und Empowerment von Jugendlichen wurden anhand praktischer Beispiele in Bezug auf die Arbeit der pädagogischen und künstlerischen Referent*innen von Dagesh on Tour vorgestellt.
Anschließend gab Marcus Scheiber (Projekt Decoding Antisemitism) Einblicke in seine Forschung zu antisemitischen Kommunikationsmustern im Netz. Er thematisierte insbesondere die Herausforderungen digitaler Diskurse, die Gamifizierung von Hass und die Bedeutung von Bildpropaganda.
Am zweiten Tag standen die Praxis und Evaluation der Dagesh on Tour Bildungsarbeit im Vordergrund. Das erprobte Duo aus Künstlerin Nathalie Frank und pädagogischer Referentin Antonia Debus stellte ihr Best-Practice-Beispiel aus einem Comic-Workshop im Rahmen von Dagesh on Tour vor. In einer anschließenden Zukunftswerkstatt mit Paulina Schmid wurde die zuvor durchgeführte Evaluation der Zusammenarbeit zwischen Büroteam und Referent*innen vorgestellt und reflektiert. Ziel war es, Kommunikationswege zu stärken und Rollen sowie Verantwortlichkeiten klarer zu fassen.
Der dritte Qualifizierungstag widmete sich den rechtlichen Rahmenbedingungen der Bildungsarbeit, sowie der Arbeit an konkreten Fallbeispielen. Im Anschluss an eine Einführung ins Thema von Marina Chernivsky (Ofek) wurden in Kleingruppen zwei aktuelle Vorfälle aus der Praxis analysiert, welche die pädagogischen Herausforderungen im Umgang mit antisemitischen und rassistischen Vorfällen klar aufzeigten und die Notwendigkeit klarer Absprachen, Dokumentationen und einem engen Austausch zwischen Referent*innen und Büroteam verdeutlichten. Besonders betont wurde dabei die Verantwortung der Schulen und Bündnispartner, sowie auch die Aufgabe des Dagesh-Teams, Schutz und Handlungssicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten.
Fotografie: Elena Krasnokutskaya
DialoguePerspectives e.V. sucht für das Programm Dagesh – Jüdische Kunst im Kontext zum 1.9.2025 in Berlin eine*n Projektreferent*in.
Dagesh Stellenausschreibung 2025 EZ-Vertretung Referent*in (w/m/d)
(75%, TVöD Bund E13, voraussichtlich befristet bis zum 31.7.2027)
DialoguePerspectives. Discussing Religions and Worldviews e.V. ist eine parteipolitisch und weltanschaulich unabhängige, europäische Plattform mit Sitz in Berlin. Der Verein entwickelt konkrete Maßnahmen, um eine resiliente europäische Gesellschaft zu fördern.
Dagesh – Jüdische Kunst im Kontext ermöglicht die Sichtbarkeit vielfältiger künstlerischer Ausdrucksformen von Jüdinnen und Juden. Als Plattform und Netzwerk erkundet Dagesh seit seiner Gründung ein gegenwärtiges, selbstbewusstes und zukunftsgewandtes jüdisches Selbstverständnis. Dagesh on Tour ist ein kulturelles Bildungsprogramm zur Vermittlung verschiedener Dimensionen jüdischen Lebens in Deutschland über das Medium der Kunst. Bundesweit werden kreative Workshops für Kinder und Jugendliche von 8-18 Jahren realisiert.
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